Besonderes Naturspektakel – Gefährliche Reise – TIPPS für Kröten, Unken, Molche und Lurche auf dem Weg zu ihren Laichgewässern

1 Feb
2020

Erdkrötenpaar am Zaun • Foto: Karl-Heinz Fuldner (NABU)

Berlin – Jedes Jahr gegen Ende des Winters beginnt ein besonderes Naturspektakel – doch leider enden noch immer zu viele unserer Amphibien – auf dem Weg, ihre Laichgewässer zu erreichen – mit dem Tod. Dagegen engagieren sich u.a. über 400 NABU-Gruppen.

Viele überleben diese gefährliche Reise jedoch nicht, weil Straßen ihre Wanderwege durchkreuzen. Doch es gibt Möglichkeiten, die Amphibien zu schützen.*)

Langsam geht die Sonne hinter den Feuchtwiesen am Rande der kleinen Siedlung unter. Die noch kühle Luft an diesem Frühlingsabend im März ist erfüllt von Vogelgezwitscher und dem Quaken der Erdkröten. Ein großes Weibchen bahnt sich ihren Weg durch das hohe Gras am Randstreifen einer Straße. Sie macht einen vorsichtigen Hüpfer. Und dann noch einen. Jetzt hat sie schon den rauen Asphalt der Straße unter ihren kleinen Füßen. Die näher kommenden Motorengeräusche hört sie nicht. Doch ihr Laichgewässer auf der anderen Seite der Straße wird sie nicht wieder sehen.

So wie dieser Erdkröte geht es in jedem Jahr tausenden Amphibien. In Deutschland gibt es 21 verschiedene Arten. Zu ihnen gehören Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander. Mit wenigen Ausnahmen müssen sie alle in jedem Frühjahr zu ihren Laichgewässern wandern. Die Individuen, die diese gefährliche Reise überleben, legen hier ihre Eier, den Laich, ab. Aus diesen schlüpfen die Kaulquappen, die ihre erste Lebensphase ausschließlich im Wasser verbringen.

Nachdem ihr Körper nach einem Umwandlungsprozess ihre endgültige Form angenommen hat, verlassen sie das Wasser und kehren in der Regel nur zur Fortpflanzungszeit dorthin zurück. Doch ihre Reise wird immer schwieriger. Straßen und Siedlungen zerschneiden zunehmend ihre Lebensräume und Wanderwege. Viele Amphibienarten stehen bereits auf der Roten Liste und gelten als gefährdet, wie Laubfrosch oder Gelbbauchunke. Seit 1980 stehen alle in Deutschland vorkommenden Amphibienarten gemäß Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz.

„An Stellen, an denen in jedem Jahr Amphibien in großer Zahl wandern, sind festinstallierte Anlagen wie Amphibientunnel und Krötenleitzäune die sicherere und effektivere Lösung“, erklärt Jens Scharon aus der NABU-Fachgruppe für Feldherpetologie in Berlin. – Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen sind wichtig, wie Professor Dietrich Hummel vom Institut für Strömungsmechanik der TU Braunschweig herausfand – bei Tempo 30 ist der Druck bereits so gering, dass viele der Tiere überleben würden. –  www.nabu.de

SCHUTZ-TIPPS für Amphibien:
1.  Schaffen Sie Lebensräume und Laichgewässer für Amphibien, indem Sie naturnahe Gartenteiche ohne Fischbesatz anlegen und gezielt Bereiche des Gartens verwildern lassen.
Verzichten Sie konsequent auf den Einsatz von Pestiziden und Giften.
2.  Verschließen Sie Gruben und Schächte auf Ihrem Grundstück oder lassen sie Rohre rund 20 Zentimeter über den Boden hinausragen.
3.  Achten Sie als Autofahrer auf Schilder zur Krötenwanderung und halten Sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung.
4.  Beteiligen Sie sich an Krötenzaunaktionen. Wenden Sie sich dazu an Naturschutzgruppen in Ihrer Region.

nabu/gw

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