Einzigartiges und bildmächtiges Werk … „Ursula Schulz-Dornburg. The Land In-Between“ im ‚Städel Museum Frankfurt‘

10 Jul
2018

Ursula Schulz-Dornburg „Erevan–Gyumri“ (aus der Serie: „Transit Orte“, Armenien), 2004, Barytabzug; © Ursula Schulz-Dornburg

Frankfurt am Main – Zwischen Dokumentation und politischer Fotografie … Grenzlandschaften, Transitorte und Relikte vergangener Kulturen sind die zentralen Motive im Oeuvre von Ursula Schulz-Dornburg. 

Die 1938 in Berlin geborene Fotokünstlerin widmet sich in ihren Bildern Kult- und Kulturstätten in Europa, Asien und dem Nahen Osten, vor allem aber den sichtbaren und unsichtbaren Grenzen dieser Kontinente und Regionen. Ihre analogen Schwarz-Weiß-Fotografien sind Zeugnisse verschwundener Landschaften, vergangener politischer Systeme und sich in Auflösung befindlicher Kulturkreise.

Schulz-Dornburgs Interesse gilt sowohl den Spuren, die Menschen im Laufe lange währender historischer Prozesse in der Landschaft hinterlassen haben, als auch jüngsten politischen Veränderungen, wie sie beispielsweise durch die Golfkriege (zwischen 1980 und 2003) bewirkt worden sind.

Unter dem Titel „Ursula Schulz-Dornburg. The Land In-Between – Fotografien von 1980 bis 2012“ gewährt das Städel Museum anhand von 13 umfangreichen Werkgruppen und insgesamt rund 250 Arbeiten erstmals einen umfassenden Gesamtüberblick über das Schaffen der Künstlerin. Die Fotografin, die mit der Hasselblad-Kamera arbeitet, hat ausgetretene Pfade verlassen. „Ihre Werke bleiben immer im Kopf“, so Städel-Direktor Dr. Philipp Demandt.

Die beeindruckende Schau ist bis zum 09. September 2018 im Obergeschoss des Ausstellungshauses zu sehen.

Ursula Schulz-Dornburg (Mitte) bei der Pressekonferenz – eingerahmt von Direktor Philipp Demandt und der Ko-Kuratorin Iris Hasler; im Hintergrund Arbeiten der wohl bekanntesten Serie Transit Orte, Armenien – Foto: Bernd Heier

Die Präsentation mit der ungewöhnlichen Hängung, an der die jetzt in Düsseldorf lebende Künstlerin maßgeblich mitgewirkt hat, fügt sich hervorragend in das Sammlungskonzept des Hauses ein. Denn „in der Städelschen Sammlung bildet Fotografie einen zentralen Forschungs- und Sammlungsschwerpunkt“, sagt Demandt:

„Ursula Schulz-Dornburg ist ein exzellentes Beispiel für die Erweiterung der Gattungsgrenzen. Ihre Fotografien bewegen sich zwischen Dokumentation und Konzeptkunst. Ein Anliegen unserer, in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entstandenen Ausstellung ist es, ihr Werk in seiner Gesamtheit erfahrbar zu machen und in die Kunstgeschichte einzuordnen“.

„Es zeichnet Schulz-Dornburgs Werk aus, dass sie schon früh an Orte reiste, die erst in jüngerer Zeit auf der Landkarte unseres westlichen Kulturbetriebs aufgetaucht sind. Manchmal treten uns Oase und Wüste, Krieg und Antike, vergangene Schönheit und gegenwärtige Zerstörung aus ein und demselben Bild entgegen. Es ist diese oftmals unerträgliche Ambivalenz, die das Werk von Schulz-Dornburg ebenso einzigartig wie bildmächtig macht – wenn sie in ihren Fotografien scheinbar unvereinbare Gegensätze – ästhetische wie inhaltliche – zusammenführt, ohne sie zu versöhnen“, erläutert Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst am Städel Museum.

Schulz-Dornburgs Werk besticht durch eine reduzierte neutrale Ästhetik. In den überwiegend menschenleeren Arbeiten bilden Personen allenfalls Staffage. Die Ausstellung „The Land In-Between“ vereint Fotografien aus der Städelschen Sammlung, aus dem Archiv der Künstlerin sowie von privaten Leihgebern. – Weitere Informationen unter:  www.staedelmuseum.de

Bernd Heier

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