Kunstmäzen Frank Brabant mit der Goethe-Plakette geehrt … Minister Rhein: „Nicht nur Bilder, sondern Teil seines Lebens …“

14 Apr
2018

Minister Boris Rhein zeichnet den hocherfreuten Sammler Frank Brabant mit der Goethe-Plakette aus; © Museum Wiesbaden/Bernd Fickert

Wiesbaden – Den Kunstliebhaber und Wahl-Wiesbadener Frank Brabant hat Kunst- und Kulturminister Boris Rhein mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen „für seine außerordentlichen Verdienste um die Kunst und Kultur“ geehrt.

Anlässlich der Eröffnung der großartigen Sonderausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant“ (das Positiv-Magazin wird in einem gesonderten Artikel darüber berichten) überreichte der Minister im Museum Wiesbaden die hohe Auszeichnung.

„Für Frank Brabant sind seine gesammelten Werke nicht nur Bilder, sie sind Teil seines Lebens, seiner Biographie – und seines persönlichen Umfeldes: Immer, wenn er die Gemälde ausstellte, waren seine Wände zu Hause leer. So viel Leidenschaft für die Kunst berührt. Deswegen ist es für mich eine umso größere Ehre, Herrn Brabant die Goethe-Plakette des Landes Hessen, die höchste Auszeichnung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, zu verleihen“, betont Kunst- und Kulturminister Boris Rhein in seiner Laudatio.

Der 1938 in Schwerin geborene Frank Brabant übersiedelte 1958 nach Wiesbaden. Das erste Kunstwerk – einen Holzschnitt von Max Pechstein – erwarb Brabant 1964 im „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“ für 350,– D-Mark, die er in Raten abstotterte. Die Sammlerin, Mäzenin und Kunsthändlerin Hanna Bekker prägte mit ihrem Galerieprogramm, dessen Basis die Malerei der Künstlervereinigungen „Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ war, auch den Geschmack Frank Brabants. Bis etwa 1990 baute er nach und nach eine hochkarätige Kunstsammlung mit den klangvollsten Namen auf, darunter Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Emil Nolde und Max Beckmann.

Der Mäzen umgeben von seinen Schätzen

Als damals seine Sammelleidenschaft erwachte, waren diese Maler auf dem Kunstmarkt noch nicht so gefragt. Deshalb gelang es ihm – trotz bescheidener Mittel -, Meisterwerke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit Schwerpunkt auf der Kunst der 1920er und 1930er Jahre, zusammenzutragen. Heute umfasst seine Sammlung rund 600 Werke. 2017 entschied er sich, seine außergewöhnliche Kollektion in eine Stiftung zu überführen.

Diese wertvollen Werke schenkt der Kunstmäzen anlässlich seines 80. Geburtstages zu gleichen Teilen den bedeutendsten Kunstinstitutionen der beiden Städte, die sein Leben geprägt haben – dem Museum Wiesbaden und dem Staatlichen Museum in Schwerin. Das Wiesbadener Museum profitierte bereits  2014 von Frank Brabants Großzügigkeit und Entschluss, seine Sammlung öffentlich zu machen: Das Landesmuseum bekam zum 150. Geburtstag von Alexej Jawlensky das größte Gemälde geschenkt, das der russische Künstler je gemalt hat: Die „Helene im Spanischen Kostüm“, die seither nicht mehr aus der Gemäldesammlung des Museums wegzudenken ist.

Mit Hilfe von Brabants großzügiger Schenkung dürfte es dem Museum gelingen, noch mehr Menschen für die spannenden Epochen des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit zu begeistern. „Dafür gebührt ihm unser Dank“, betonte Minister Rhein bei der Übergabe der Goethe-Plakette. Diese wird seit 1949 an Persönlichkeiten verliehen, die mit ihrer Arbeit Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben. Bisherige Preisträger waren beispielsweise der Direktor des Georg-Speyer-Hauses, Prof. Dr. Bernd Groner, der Mäzen Dr. Hans Medler, Prof. Dr. Heiner Boehncke als Künstlerischer Leiter des Rheingau Literatur Festivals und zuletzt der ehemalige Städel-Direktor Max Hollein.

Bernd Heier

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