„Geometrie als Gestaltungsprojekt“ – STÄDEL zeigt erstmalig Werke von Rudolf Jahns und Hermann Glöckner in einer Kabinettausstellung

1 Mrz
2018

Rudolf Jahns „Horizontal – Vertikal (No. 169)“ – 1925/1961

Frankfurt am Main – Das „Städel Museum“ hat drei neue Arbeiten des Konstruktivisten Rudolf Jahns erhalten. Diese Schenkung nehmen die Ausstellungsmacher des Museums zum Anlass, erstmalig Werke von Rudolf Jahns (1896–1983) und Hermann Glöckner (1889–1987) – gemeinsam in einer Kabinett-Präsentation – in den Gartenhallen zu zeigen.

Die beiden Künstler gehören zu den wichtigsten und zugleich unkonventionellsten Konstruktivisten der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Schau mit dem Titel „Geometrie als Gestaltungsprojekt“, die bis zum 27. Mai 2018 zu sehen ist, thematisiert die erstaunlichen Verwandtschaften dieser beiden Künstlerpersönlichkeiten. Dies zeigen die ausgestellten 22 Arbeiten deutlich.

Hermann Glöckner „Rhomboide und Parallelogramme auf rotem Grund“ – 1957

Glöckner und Jahns sind in der Städelschen Sammlung bereits mit außergewöhnlichen Werken vertreten. Dies verdankt das Museum unter anderem Schenkungen und Dauerleihgaben von Margarethe und Klaus Posselt und von Barbara Roselieb-Jahns, der Tochter des Künstlers, sowie der Rudolf-Jahns-Stiftung.

Mit der Rudolf-Jahns-Stiftung besteht seit einigen Jahren eine enge Zusammenarbeit. Dies zeigt sich einmal mehr in der aktuellen Kabinettpräsentation, welche die Stiftung mit mehreren Leihgaben unterstützt. Darüber hinaus kann sich das Museum über eine weitere großzügige Schenkung von Barbara Roselieb-Jahns freuen – insgesamt drei neue Werke, von denen zwei – „Konstruktiv“, 1928, und „Häuser an der Steilküste von Boulogne-sur-Mer“, 1931 – auch in der Kabinettausstellung zu sehen sind.

„Mit den drei uns neu übergebenen Arbeiten von Rudolf Jahns wird unsere Sammlung Gegenwartskunst in der Zeit der Zwischen- und Nachkriegsmoderne wunderbar ergänzt. Wir danken Barbara Roselieb-Jahns für die erneute, großzügige Schenkung“, betont Städel Direktor Philipp Demandt.

Hermann Glöckner und Rudolf Jahns nehmen innerhalb der avantgardistischen, ungegenständlichen Kunstströmung eine Sonderposition ein. Sie untersuchten die geometrischen, konstruktiven Grundlagen der Malerei und erweiterten diese um neue, für die Kunst damals noch ungewöhnliche Materialien. „Abseits einer strengen Formgrammatik ließen sie sich von einem fast experimentellen, forschenden Erkunden und Ausprobieren leiten“, so die Kuratoren Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum) und Iris Hasler (wissenschaftliche Volontärin Gegenwartskunst).

Der Konstruktivismus ist im Kern ein Phänomen der 1920er-Jahre. Glöckner und Jahns verfolgten ihre künstlerische Überzeugung unabhängig von den Konjunkturen der Stile und arbeiteten konsequent über Jahrzehnte hinweg an denselben ästhetischen Fragestellungen. Sie waren „Freunde im Geiste“, auch wenn sie sich persönlich nie kennengelernt haben.

Die Kabinettpräsentation „Rudolf Jahns und Hermann Glöckner. Geometrie als Gestaltungsprojekt“ wird bis zum 27. Mai 2018  in den Gartenhallen des Städel gezeigt – weitere Informationen unter:  www.staedelmuseum.de

Außerdem ist im Städel noch bis zum 21. Mai 2018 die grandiose Ausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung zu sehen (s. Berichte vom 13. und 15. Februar 2018 im Positiv-Magazin).

hbh

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