(1) Bilder von sinnlicher Fülle und überwältigender Vitalität: „Rubens. Kraft der Verwandlung“ im Städel – faszinierender Blick auf Meisterwerke des Barock

13 Feb
2018

Peter Paul Rubens „Das Urteil des Paris“, um 1639, Öl auf Leinwand, 199 x 381 cm; Madrid, Museo National del Prado – Abbildung: Städel Museum

Frankfurt am Main Peter Paul Rubens ist der bedeutendste Maler des flämischen Frühbarock. Er hat die europäische Barockmalerei geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Sein Name gilt bis heute als Markenzeichen – nicht nur dank des enormen Umfangs und der Qualität seines erhaltenen malerischen Œuvres, sondern auch aufgrund seiner unverwechselbaren Malweise.

Peter Paul Rubens „Ecce homo“, vor 1612, Öl auf Holz, 126 x 96 cm; St. Petersburg, Staatliche Eremitage – Abbildung: Städel Museum

Peter Paul Rubens, 1577 im westfälischen Siegen geboren und 1640 in Antwerpen gestorben, fand bereits als junger Mann internationale Anerkennung und war als außerordentlich innovativer Künstler weit geschätzt. Nach einem rund achtjährigen Italienaufenthalt und Rückkehr nach Antwerpen wurde er 1608 Hofmaler der Erzherzöge Albrecht und Isabella. Rubens, der inzwischen zu einem der meist gefragten Maler Europas aufgestiegen war, eröffnete einen gewaltigen Atelierbetrieb, in dem Hunderte von Bildern produziert wurden, ohne dass der Großmeister wesentlich mitgewirkt hätte, wie manche Kunstexperten kritisieren.

Allerdings hatte der geniale Meister auch bedeutende Mitarbeiter und Schüler, u.a.  Jan Bruegel d. Ä., Anthonis van Dyck und  Frans Snyders, die ihm bei speziellen Aufgaben bei Landschafts- und Tierdarstellungen assistierten. Doch Rubens war nicht nur Maler, sondern auch Kunsttheoretiker und -sammler, geschätzter Gesprächspartner europäischer Gelehrter und Fürsten sowie Gesandter in europäischen Diensten. Als Berater der Erzherzogin Isabella reiste der Sprachbegabte, der sechs Sprachen beherrschte, in diplomatischer Mission durch Europa und trug dazu bei, dass 1630 der Friedensvertrag zwischen Spanien und England unterzeichnet werden konnte.

In zahlreichen Ausstellungen sind in den letzten Jahrzehnten weltweit seine Werke von sublimer Sinnlichkeit und mit Vorliebe für das füllige Schönheitsideal eindrucksvoll präsentiert worden. Das Städel Museum nimmt in der gerade eröffneten Schau „Rubens. Kraft der Verwandlung“ – die in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum in Wien entstanden ist erstmals einen anderen, ebenso faszinierenden Aspekt von Rubens künstlerischer Bedeutung in den Blick:

Die grandiose Ausstellung zeigt anhand von etwa 100 Arbeiten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens -, wie tief der geniale Maler in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eingetreten ist und wie intensiv dies sein fünfzigjähriges Schaffen geprägt hat. Auch antike Skulpturen dienten dem hochgebildeten Rubens als Inspirationsquelle für seine Arbeiten.

„Rubens. Kraft der Verwandlung“ bis 21. Mai 2018 im „Städel Museum“; weitere Informationen unter:  www.staedelmuseum.de

Bernd Heier

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