60 Jahre ‚Museum für Kommunikation Frankfurt‘ – über vier Millionen Besucher … Langer Weg vom Reichspostmuseum in die digitale Zukunft

2 Feb
2018

Außenansicht des preisgekrönten Kommunikationsmuseums – Foto: Museum für Kommunikation Frankfurt

Frankfurt am Main – Eine Frankfurter Institution hat Geburtstag: Das ‚Museum für Kommunikation‘ wurde vor 60 Jahren am Museumsufer eröffnet.

Die Museumsgeschichte reicht allerdings weiter zurück. 1872 legte Generalpostdirektor Heinrich von Stephan in Berlin mit der Gründung des Reichspostmuseums – dem ersten Postmuseum der Welt – den Grundstein für die heutige Einrichtung der Museumstiftung Post und Telekommunikation. Das erklärte Ziel war damals, „die Entwicklung des Verkehrswesens von den Völkern des Altertums bis zur neuesten Zeit kulturgeschichtlich zu veranschaulichen“, wie es lapidar in einer der ersten Publikationen heißt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands wurde das Haus in Ostberlin als Postmuseum der DDR wiedereröffnet. In der Bundesrepublik fassten Politiker den Entschluss, ein Bundespostmuseum als westliches Pendant zu gründen. Die Standortwahl fiel schließlich auf Frankfurt, wo am 31. Januar 1958 der damalige Bundespostminister Richard Stücklen das neue Museum eröffnete. Zunächst war es in der ehemaligen Villa der Frankfurter Bankiersfamilie Neufville am Schaumainkai 53 untergebracht, in der heute die Verwaltung und die Bibliothek ihren Sitz haben. 1990 bezog das Museum den direkt daneben liegenden mehrfach preisgekrönten Neubau, den ein Stuttgarter Architekturbüro entworfen hat.

Raubkopie auf Röntgenbild – Foto: Museum für Kommunikation Frankfurt

In der Folge wandelte sich das Haus vom „Postmuseum“ zum „Museum für Kommunikation“ und öffnete mit zahlreichen erfolgreichen Wechselausstellungen ein sehr breites Themenspektrum zur Medien- und Kommunikationsgeschichte. Als Besonderheiten gelten die Abteilung Kunst und Kommunikation und das lebendige Angebot der Kinderwerkstatt. Mit dieser Einrichtung im Jahre 1999 führte es als eines der ersten Museen in Frankfurt einen stets betreuten, kindgerechten Mitmachbereich mit einem spielerischen Vermittlungsmodell ein, der auch ohne Anmeldung jederzeit besucht werden kann.

Im Laufe der Jahre etablierte sich das Haus am Frankfurter Museumsufer zu einem beliebten Ziel für Kultur- und Technikinteressierte, für Familien und Schulklassen. Über vier Millionen Besucherinnen und Besucher haben seit seiner Eröffnung vor 60 Jahren die zahlreichen Exponate in Augenschein nehmen können.

Rechtzeitig zum Jubiläum kann das Museum für Kommunikation mit der kürzlich neu eröffneten Dauerausstellung „Mediengeschichte|n neu erzählt!“ aufwarten, die den rasanten Medienwandel und die vielfältige Geschichte der Kommunikation mit einem innovativen Ansatz in den Fokus rückt (s. Bericht im Positiv-Magazin vom 18. September 2017: „Von der KEILSCHRIFT bis zur DATENBRILLE“). „In den vergangenen 60 Jahren haben sich die Themen, die Rezeption und das Museum selbst enorm gewandelt. Auch aktuell ist es mit der neuen Schau am Puls der Zeit und greift die gegenwärtigen Umbrüche auf, die wir durch die Digitalisierung erfahren“, erklärt Direktor Dr. Helmut Gold.

Dass das Museum breiten Anklang beim Publikum findet, belegen auch die  durchgehend hohen Besucherzahlen. Trotz des Umbaus der Dauerausstellung und Teilschließungen im letzten Jahr sorgten die Sonderschauen zur Popmusik und der Geschichte von Redensarten für attraktive, gut besuchte Angebote. Seit der Eröffnung der komplett neu konzipierten Dauerausstellung erfreut sich das „Geburtstagskind“ zusätzlich einer außerordentlich positiven Publikumsresonanz.

Museum für Kommunikation Frankfurt, Am Schaumainkai 53, Frankfurt am Main www.mfk-frankfurt.de

hbh

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