„Ich wagte einen neuen Weg … Mein Weihnachten in Kenia – Warmherzigkeit, Liebe, Geborgenheit und Hoffnung“

3 Dez
2017

Anita Anna Mwabasi (li.) – ‚Mein Weihnachten in Kenia‘ • Bild: privat

Frankfurt am Main – „In Kenia Weihnachten feiern zu dürfen, hat mich auf eine sehr angenehme Weise demütig gemacht. Es fühlt sich fast so an wie damals, als ich noch ein kleines Mädchen war und meine Oma mir den Sinn dieses Festes sehr gut erklärt hat. In diesen Gesprächen, ohne Konsumwahnsinn, ging es um Warmherzigkeit, Liebe, Geborgenheit und Hoffnung.

Diese Tatsachen machten Weihnachten zu einem besonderen Ereignis für mich. Ich war ein kleines Mädchen von etwa fünf Jahren. Meine Eltern konnten sich mit den Jahren immer mehr leisten. Größere Bäume, Kugeln in allen Farben, Kerzen aus Glas. Die Gemütlichkeit und die Stille verschwanden Jahr für Jahr immer mehr.

Es gab Diskussionen, die sich mir nicht erschlossen haben. Entweder war der Baum zu dünn, zu dick oder nicht fähig, ein ordentlicher Weihnachtsbaum zu sein. Mit den Geschenken lagen alle Bewohner der Familie unausweichlich, tausend Prozent daneben.

Es wurde gelächelt und gelogen. Ich schämte mich, dass niemand mehr wusste, um was es überhaupt geht. Nachdem ich volljährig und selbständig war, habe ich Weihnachten boykottiert. Während meiner jahrelangen Erfahrung im Handel wurde meine Meinung zu dem Fest der Liebe zu einem Alptraum. Hektische Menschen versuchten, kurz vor Geschäftsschluss ein liebevolles Geschenk für ihre Lieben zu ergattern.

„Da kann man gar nichts machen“

Während dieser für mich sehr einsamen und traurigen Zeit als kleines Mädchen, die ich am liebsten mit meiner Oma verbrachte, gab es jedes Jahr pünktlich zum Fest der Liebe – auf ARD oder ZDF, ich erinnere mich nicht genau, aber mehr Sender gab es ja nicht – eine kurze Einblendung von Kindern mit dicken Bäuchen aus Afrika, die am Verhungern sind.

Es wurde umgeschaltet – weil zu weit weg … in einer ganz anderen Welt. Die Worte meiner Mutter hallen noch heute in meinem Kopf: „Da kann man gar nichts machen.“

‚Mein Weihnachten in Kenia‘ • Bild: privat

Plötzliche Krebsdiagnose

Diese Aussage konnte ich niemals akzeptieren. Ich lebte sehr lange mein Leben, das mich immer daran erinnerte, dass ich vielleicht doch etwas machen könnte. Dann erkrankte ich an Brustkrebs. Als ich die Diagnose hörte, hatte ich kaum Angst.

Ich sagte mir: „Daran wirst du nicht sterben. Zieh die Behandlung durch und schau mal, was du danach alles in Afrika machen kannst.“ Gemeinsam mit einem Partner-Verein verwirklichte ich meine Vision. Ich baute ein Kinderheim in Afrika.

Hilfe für HIV-infizierte Schwangere

Die Eröffnungsfeier war sehr bewegend. Aber nur für eine ganz kurze Zeit. Nachdem ich das Band durchgeschnitten hatte, lächelten die Kinder immer noch, ich stellte in ihren Augen jedoch eine unfassbare Traurigkeit fest. Sie hatten ein Bett, ein gutes Leben. Aber keine Mutter. Dann wagte ich gemeinsam mit meinen Vereinsmitgliedern einen neuen Weg.

Wir, Maweni e.V., setzen uns seitdem dafür ein, dass HIV-infizierte Schwangere, eine Mutter-Kind-Therapie erhalten. Diese Art der Unterstützung bedeutet: Die Mutter erhält ein Medikament, das sie sehr gut überleben lässt und die Kinder werden zu 99% ohne HIV geboren.

Immer, wenn ich die Mütter und ihre Kinder besuche, füllt sich mein Herz und mein Kopf, mit den Worten meiner Oma. Und dann ist Weihnachten in Kenia.“

Anita Anna Mwabasi/-wk

Maweni e.V. – Spendenkonto: Commerzbank Frankfurt – Kontonummer 63 66 777 | BLZ 500 400 00

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