GELD sitzt bei Konsumenten/Anlegern locker wie schon lange nicht mehr! … Inflation – Preis guter Konjunktur … Helaba Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2018

22 Nov
2017

Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba und Bereichsleiterin Volkswirtschaft/Research • Bild: Helaba

Frankfurt am Main – Die Helaba hat den Reigen der jährlichen Konjunktur- und Kapitalmarktausblicke eröffnet. Danach wird die Weltwirtschaft 2018 mit einer Rate von 3,4 Prozent genauso dynamisch wachsen wie im Vorjahr.

Der Euroraum und Deutschland werden ihr hohes Tempo aus dem Jahr 2017 allerdings nicht halten können. Mit einer Rate von 2 Prozent wachsen Deutschland und die Eurozone aber weiter und auch die Arbeitslosenquoten sinken weiter. „Trotzdem bleiben die Unterschiede beträchtlich zwischen den Ländern, die Reformen vorgenommen haben und denen, die sich diesen bislang verweigern. Zu Ersteren zählt Spanien, das 2018 mit 2,8 Prozent wachsen sollte. Zu Letzteren gehört Italien mit einer erwarteten Wachstumsrate von 1,5 Prozent“, erklärt Chefvolkswirtin Dr. Gertrud R. Traud bei der Präsentation der Studie „Märkte und Trends 2018“.

Für die USA zeichnet sich im nächsten Jahr nur eine leichte Wachstumsbeschleunigung auf 2,5 Prozent (Vorjahr 2,2 Prozent) ab. Dabei unterstellen die Helaba-Volkswirte moderate steuerliche Entlastungen. „Das Investitionsklima in den USA wird aber durch die unberechenbare Handelspolitik unter Präsident Donald Trump belastet“, so Traud. Die Impulse aus Asien werden im kommenden Jahr geringer ausfallen als 2017. Insgesamt enthält die Studie 18 Länderanalysen sowie Kurzberichte zu den Bundesländern Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Schwerpunkt der Studie ist der Konsum als Konjunkturfaktor mit einem Gewicht von mindestens 50 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Das Geld sitzt bei Konsumenten wie auch bei Anlegern locker wie schon lange nicht mehr. Die Deutschen, die lange als „Konsum-Muffel“ verschrien waren, entwickeln sich zu „Konsum-Freaks“. Als Orte des Konsums stehen Einkaufszentren für diese wichtige Komponente und sind das Sinnbild für Konjunktur und Kapitalmärkte im Hauptszenario 2018. Die derzeit gute Konjunktur gibt es aber nicht umsonst: Ihr Preis ist die Inflation.

Während der Anstieg der Teuerung bislang hauptsächlich auf die Energiepreise zurückzuführen war, sei 2018 auch mit höheren Kernraten zu rechnen. In den USA dürfte die Inflationsrate deutlich über 2 Prozent liegen. Im Euroraum und in Deutschland bewege sie sich auf das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 Prozent zu. „Von ‚unerwünscht niedrigen‘ Inflationsraten kann deshalb keine Rede mehr sein“, kritisiert Traud die ultralockere Geldpolitik von EZB-Chef Mario Draghi. Mit einer Zinswende in der Eurozone rechnet die Chefvolkswirtin erst 2019.

Die großzügige Geldpolitik hat in den vergangenen Jahren zu einer zum Teil deutlichen Bewertungsexpansion bei Aktien, Renten und Immobilien geführt. Aufgrund dieser hohen Bewertung sei bei Anlageentscheidungen große Vorsicht angebracht. Bei Renten stelle sich angesichts der höheren Teuerung immer mehr die Bewertungsfrage. Im Laufe des Jahres 2018 wird die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen bis auf 1 Prozent ansteigen. Es drohen also Kursverluste. Erste Wahl bei Neuanlagen sollten daher kürzere und mittlere Laufzeiten sein. Aktienanleger haben bereits zu viele Vorschusslorbeeren verteilt und sind ausgesprochen sorglos geworden. Dabei bewege sich die Bewertung des DAX schon oberhalb des langjährigen Normalbandes und sei damit teuer. Unter realistischen Annahmen für das Gewinnwachstum ergebe sich eine Kursspanne von 10.500 bis 13.500 Punkten. Somit seien auf dem aktuellen Niveau die Abwärtsrisiken beim DAX stärker ausgeprägt als das Aufwärtspotenzial.

Auch Immobilien seien inzwischen ebenfalls hoch bewertet, können aber ihre relative Attraktivität trotz anziehender Renditen am Anleihemarkt halten. Gold könnte 2018 einen neuen nachhaltigen Aufwärtstrend einschlagen. Der Preis des gelben Metalls dürfte auf über 1.400 US-Dollar pro Unze steigen. Diesem Hauptszenario messen die Helaba-Experten eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 70 Prozent bei.

Weitere Informationen unter:  maerkteundtrends.helaba.de

hbh

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