Frankreich im Fokus von Europas Kunstwelt … Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts im Museum Wiesbaden

22 Nov
2017

Jean-François Millet „Die Reisigsammlerinnen“, Pastell auf Papier, 1867; Museum Wiesbaden; © Museum Wiesbaden ⁄ Bernd Fickert

Wiesbaden – Unter dem Titel „Delacroix – Courbet – Ribot- Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts“ präsentiert das Museum Wiesbaden anhand von rund 100 erlesenen Werken einen Querschnitt der Kunstrichtungen dieser große Epoche.

Dabei richtet die Schau ihren Blick unter anderem auf die Entstehung des Realismus und seiner Begründer Gustave Courbet, Théodule Ribot und François Bonvin. Die gezeigten Arbeiten stammen – bis auf zwei Werke – alle aus Privatsammlungen. Die gelungene Präsentation ist bis zum 06. Mai 2018 in den Ausstellungsräumen auf der zweiten Ebene zu sehen.

„Die französische Kunst setzte im 19. Jahrhundert mit ihrer Fähigkeit zur Selbstbefragung entscheidende Akzente für die Kunstwelt in ganz Europa“, schreibt Kurator Dr. Peter Forster, Kustos für Alte Meister, in dem fundierten Begleitbuch. Grundlegend hierfür waren die nach der Französischen Revolution von 1789 veränderten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, die tiefe Einschnitte innerhalb der französischen Gesellschaft zur Folge hatten.

Gustave Courbet „Juralandschaft“, um 1866, Öl auf Leinwand; Privatsammlung; Foto: Bernd Heier

Der Kunstbetrieb reagierte mit rasanten, vielgestaltigen aber auch widersprüchlichen Ausdrucksweisen. Wie in einem „Experimentierlabor“ entwickelten sich laut Forster unterschiedlichste, wegweisende neue Richtungen. Europas Kunstwelt blickte in dieser Zeit nach Frankreich, insbesondere nach Paris, wo die jeweils neuen Strömungen Vorbild und Maßstab wurden und sich als Moderne verfestigten.

Dass Kunstwerke der Romantik und des Realismus so starke Verbreitung fanden und auch für den ‚kleinen Mann‘ erschwinglich wurden, ist besonders neuen Techniken der Druckgrafik – wie beispielsweise der Lithographie – zu verdanken. Aufgrund des schnellen und kostengünstigen Druckverfahrens konnten die Arbeiten auch in hohen Auflagen vervielfältigt werden. Sie ermöglichten den Künstlern, mit ihren neuen Bildideen ein breites Publikum zu erreichen und so als Wegbereiter der Moderne den Weg ins 20. Jahrhundert zu weisen. Die Ausstellung verdeutlicht am Beispiel einer Reihe exzellenter Lithographien, unter anderem von Eugène Delacroix, Théodore Géricault, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard, die Bedeutung der neuen Technik.

„Delacroix – Courbet – Ribot – Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts“ im Museum Wiesbaden Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur bis 06. Mai 2018. Weitere Informationen unter: www.museum-wiesbaden.de

hbh

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