ACHTUNG! – Über 50 Prozent der Schlaganfälle und Herzinfarkte gehen auf zu hohen Blutdruck zurück … TIPPS zur Blutdruckselbstmessung!

16 Nov
2017

Mannheim Blutdruckmessung im Alltag – aber richtig! In Deutschland leidet nach Schätzungen jeder Dritte an Bluthochdruck. Um dieser Volkskrankheit entgegenzuwirken, fördert die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®-Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention die Forschung zu neuen Therapien und Diagnoseverfahren mit Wissenschaftspreisen im Gesamtvolumen von 21 Tausend Euro.

Bluthochdruck führt häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Rund 50 Prozent der Schlaganfälle und Herzinfarkte gehen darauf zurück. Eine rechtzeitige und effektive Behandlung des Bluthochdrucks mit einer Senkung um nur wenige Millimeter Hg kann das Risiko für diese Folgeerkrankungen wesentlich verringern. Daher ist es wichtig, die tatsächliche Höhe des Blutdrucks so genau wie möglich zu erfassen.

„Gerade bei Messungen in der Arztpraxis gelingt es nur unzureichend, möglichst genaue Blutdruckwerte zu erheben“, sagt Professor Dr. med. Bernd Sanner, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga: „Es handelt sich dabei ja um eine Gelegenheitsblutdruckmessung, die nur zu wenigen Zeitpunkten durchgeführt wird.“ Zudem sei zu bedenken, dass Patienten in der Arztpraxis andere Blutdruckwerte haben können als im häuslichen Umfeld: „Fallen sie beim Arzt höher aus, spricht man von einer ‚Weißkittelhypertonie‘; fallen sie niedriger aus, liegt eine ,maskierte‘ Hypertonie vor“, erläutert der Experte.

„Betroffene sowie prinzipiell alle Menschen über 50 Jahre sollten ihren Blutdruck daher regelmäßig zu Hause messen“, rät Sanner. Zum Einsatz kommen dabei vor allem automatische Blutdruckmesssysteme, wie sie zunehmend auch in Krankenhäusern, Arztpraxen, Rehakliniken und Altenheimen verwendet werden. „Falsches Messen stellt hierbei aber ein großes Problem dar“, warnt der Experte: „Anstatt die Behandlung zu unterstützen, könnten falsch erhobene Werte einer Selbstmessung eine erfolgreiche Therapie verhindern.“

Auf korrekte Messbedingungen müsse deshalb unbedingt geachtet werden. Beachten die Betroffenen einige Regeln, ist die Blutdruckselbstmessung aber nicht schwer. Während bei der Gelegenheitsblutdruckmessung beim Arzt ein Blutdruckwert von kleiner als 140/90 mmHg als normal gilt, liegt der Grenzwert bei der Blutdruckselbstmessung bei 135/85 mmHg.

Richtig Blutdruck messen – so geht’s: 

  •  Immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen.
  •  Die Messung sollte erst nach fünf Minuten ruhigen Sitzens im entspannten Zustand stattfinden. – Die Umgebung sollte ruhig sein, Beine nicht  überkreuzen.
  •  Den zu messenden Arm auf den Tisch legen. – Der Unterrand der Blutdruckmanschette eines Oberarmmessgeräts sollte 2,5 cm über der Ellenbeuge enden (Manschette in Herzhöhe).
  •  Auf die richtige Größe der Blutdruckmanschette ist dabei zu achten: Ist sie zu klein, wird ein zu hoher Blutdruckwert ermittelt.
  •  Sind die Blutdruckwerte an beiden Armen unterschiedlich, gilt der höhere Blutdruckwert.
  •  Wiederholungsmessungen sollten frühestens nach einer halben Minute stattfinden. Empfohlen werden zwei Messungen hintereinander, wobei der zweite, in der Regel niedrigere Wert, zählt.
  •  Bei Herzrhythmusstörungen ist zu prüfen, ob das eingesetzte Gerät verlässliche Werte liefert und daher verwendet werden kann.
  •  Empfohlen werden validierte Blutdruckmessgeräte, die das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga tragen.

„Je genauere Werte dem Arzt vorliegen, umso effektiver kann er die Therapie gestalten“, betont Professor Sanner: „Zudem kann bislang unentdeckter Bluthochdruck rechtzeitig erkannt werden, wodurch sich das Risiko für Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verringern lässt.“

Weitere Informationen unter: https://www.hochdruckliga.de/patientenleitfaden.html

hbh

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