WELTHERZTAG am 29. September 2017 – Motto: „Power Your Life“ … Herzinfarkt und Cholesterin: Wenn der Körper warnt!

26 Sep
2017

Dr. Gerhard Toepel, Chefarzt der ‚Klinik Königstein der KVB‘, –  Foto: ‚Klinik Königstein der KVB‘

Königstein im Taunus – Ein Herzinfarkt kommt oft ‚aus dem Nichts‘. Die Ursache ist häufig ein Verschluss der Herzkranzgefäße. Erhöhte Cholesterinwerte sind dafür ein Hauptrisikofaktor und führen zur „Verkalkung“ der Arterien, die das Herz mit Blut versorgen.

Häufig treten Warnzeichen auf – z.B. beim Sport oder Treppensteigen! Auch bei Stress, nach dem Essen oder im Ruhezustand können sie ein Hinweis auf eine ernsthafte Herzerkrankung sein. Frauen sollten besonders aufmerksam sein, da sie oft weniger eindeutige Symptome haben als Männer.

Dr. Gerhard Toepel, Chefarzt der ‚Klinik Königstein der KVB‘ – Internist, Kardiologe und Präventivmediziner – weist in der breit angelegten Aufklärungsarbeit der Deutschen Herzstiftung (über 90.000 Mitglieder: Patienten, Angehörige und Ärzte) über Herzkreislauferkrankungen und deren Gefahren auf Therapiemöglichkeiten hin: „Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste Herzerkrankung. Schätzungsweise sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an der KHK, der Vorläuferkrankheit des Herzinfarkts. Die koronare Herzkrankheit beginnt früh, oft schon viele Jahre vor dem Herzinfarkt. Unser Lebensstil und die sich daraus entwickelnden Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Blutfettwerterhöhung, Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sind für die Entstehung der KHK verantwortlich.“

Nur in etwa 30 Prozent kündigt sich ein drohender Herzinfarkt mit der typischen Brustenge bei Belastung oder auch im Ruhezustand an. 70 Prozent erleiden den „Infarkt aus heiterem Himmel“, der zu etwa einem Drittel tödlich endet. Brustenge (Angina pectoris) tritt nur bei hochgradig engen Herzkranzgefäßen auf. Weniger enge Gefäße können aber sogenannte instabile Gefäßwandablagerungen (Plaques) haben, die plötzlich aus der Gefäßwand in das Gefäß aufbrechen und die eigentlich wohlgemeinte Blutgerinnung auslösen. Die Blutgerinnung ist dafür da, dass wir bei einer Gefäßverletzung nach außen nicht verbluten. Wird sie aber innerhalb eines Gefäßes ausgelöst, führt sie dazu, dass ein Blutpfropf (Gerinnsel) das betroffene Gefäß innerhalb von Sekunden vollständig verstopft. Die Zellen hinter diesem Gerinnsel bekommen dann keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr. Die betroffenen Zellen sterben ab. Genau das passiert bei einem Herzinfarkt.

Jedoch kann eine lebenslang gesunde Ernährung das Herzinfarktrisiko nachhaltig positiv beeinflussen. Gesunde Ernährung besteht aus regelmäßig Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und zweimal in der Woche Fisch, sparsamen Verzehr von Fleisch, Wurst und Milchprodukten und eher Nutzung von pflanzlichen Ölen. Genussmittel wie Schokolade und Süßigkeiten seien nicht verboten, wenn sie maßvoll genossen würden. Alkoholische Getränke seien sicher keine Medizin. Habe aber ein Patient keinen Grund ganz oder teilweise darauf zu verzichten, könne ein Genuss in Maßen auch zur Lebensfreude beitragen. Klug sei, wer darüber hinaus das Rauchen einstellt und regelmäßig Ausdauersport betreibt. Dabei ist es wichtig, dass man im Training nicht an die Grenze der Belastbarkeit geht, sondern bei ca. nur 75 Prozent der individuell, maximal möglichen Herzfrequenz, die man in einem Belastungs-EKG ermitteln kann, mehrmals in der Woche über 30 bis 45 Minuten trainiert.

Dr. Toepel erklärte auch die Wirkungen der nach einem Herzinfarkt wertvollen Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer, Blutplättchen-Hemmer und Cholesterinsenker, die den gesunden Lebensstil abrundeten. Für weitere Informationen:  www.kvb-klinik.de  –  www.herzstiftung.de

 

Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation (WHF), in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen haben. Die Interessen von Deutschland werden von der Deutschen Herzstiftung e.V. vertreten.

Der Weltherztag findet jedes Jahr am 29. September statt und regt zu Aufklärungskampagnen u.a. zur Frage an, was jeder Einzelne tun kann, um Risiken für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einem Schlaganfall vorzubeugen (herzgesunde Ernährung, körperliche Betätigung, Verzicht aufs Rauchen). In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Power Your Life“ („Setze Deine Kräfte fürs Leben frei“).

gw

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