Das Sinnbild von Macht und Sünde im Fokus … „Pomologie“ im Museum Wiesbaden!

22 Sep
2017

Danziger Kantapfel • Foto: © Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Wiesbaden – Herbstzeit ist nicht nur Pilzzeit, sondern auch Apfelzeit. Während es in diesem Jahr Pilze in Hülle und Fülle gibt, ist die Apfelernte wegen des späten Frosts im April und heftigen Stürmen mit Regenschauern historisch niedrig ausgefallen.

Das Museum Wiesbaden widmet sowohl Äpfeln als auch Pilzen Sonderausstellungen. In der großartigen Präsentation „Pilze- Nahrung, Gift und Mythen geht es nicht nur um Pilze als Delikatesse, sondern um die unglaubliche Vielfalt der Pilze, die überall in der Welt präsent sind (s. dazu Berichte in unserem POSITIV-MAGAZIN).

Im Kabinettraum der Naturhistorischen Sammlungen des Museums Wiesbaden im ersten Stock dreht sich dagegen bis zum 28. Januar 2018 in der Kabinettschau „Pomologie“ (Obstbaukunde) alles um Äpfel. Auch der Apfel ist weit mehr als nur eine Frucht: Er steht als Sinnbild für ganze Regionen, für Fruchtbarkeit und Macht, aber auch für Sünde und Zwietracht.

Mehr als 20.000 Apfelsorten wurden bis heute kultiviert, und entsprechend mannigfaltig ist ihre Nutzung. Die Obstbaukunde begleitet den Menschen, seit er sesshaft wurde. Besonders im klimatisch begünstigten Rheintal und an den südlichen Taunushängen sind solche Kulturen bis heute landschaftsprägend. „Die große Bedeutung, die der Anbau von Stein- und Kernobst – insbesondere von Äpfeln – in unserer Region hat, waren ein Grund, dem Thema ‚Pomologie‘ eine kleine, aber feine Ausstellung zu widmen“, betont Fritz Geller-Grimm, Leiter der naturkundlichen Sammlungen.

Apfelsorten im Überblick • Foto: Bernd Heier

Die Pomologie ist ein Teilgebiet der Botanik und stellt die Lehre von den Obstsorten und vom Obstbau dar. Sie befasst sich mit den unterschiedlichen Obstarten, deren Bestimmung und ihrer systematischen Klassifizierung. Das 19. Jahrhundert gilt als Blütezeit der Pomologie. Neben zahlreichen Beschreibungen von Züchtungen und Zufallssämlingen entstanden in dieser Zeit vor allen Dingen pomologische Bestimmungsbücher und zusammenfassende Werke. Diese sind häufig reich bebildert und kunstvoll ausgestaltet.

Bedeutende Pomologen aus der hiesigen Region sind August Friedrich Adrian Diel, Johann Ludwig Christ und Richard Zorn. Sie haben die Obstkunde auf unterschiedlichste Weise geprägt. Die Ausstellung zeigt einige bisher unveröffentlichte Exponate aus der Zeit dieser Pomologen, die sogar die Fachwelt begeistern dürfte. Wie andere Wissenschaften hat sich auch die moderne Pomologie vielfach verzweigt und sich neue Aufgabenbereiche erschlossen. Dazu gehören u.a. das Wiederauffinden, der Erhalt und die Sammlung alter, vom Aussterben bedrohter Sorten.

„Pomologie“ – Kabinettausstellung im Hessischen Landesmuseum für Kunst und Natur – Museum Wiesbaden bis 28. Januar 2018 … weitere Informationen unter: www.museum-wiesbaden.de

hbh

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