„Oh Yeah!“ – 90 Jahre Popmusik in Deutschland … Multimediale Super-Schau im Frankfurter Kommunikations-Museum!

18 Aug
2017

Frankfurt am Main – Die neue Wechselausstellung „Oh Yeah! Popmusik in Deutschland“ im ‚Museum für Kommunikation‘ Frankfurt ist mit herkömmlichen Ausstellungen nicht zu vergleichen, denn diese geht richtig ins Ohr. Sie ist eine klingende Super-Schau!

Wie durch eine dreidimensionale Radiosendung führen zwei Moderatoren durch 90 Jahre deutsche Popmusikgeschichte. Mit Kopfhörern, die Besucherinnen und Besucher  am Ausstellungseingang erhalten, tauchen sie ein in die bunte und vielschichtige Welt des Pop. An zahlreichen Soundstationen können sie sich einstöpseln und Radio-Spots sowie die Musik der Zeit erleben. Insgesamt können Interessierte bei dem Rundgang 90 Musiktitel sowie weitere 90 Radio- und Filmbeiträge genießen.

Popmusik ist überall und jeder hört sie – ob ganz bewusst oder nur nebenbei. Sie tönt aus dem Radio, untermalt Filme, begleitet uns beim Einkaufen und bringt uns in Tanz-Cafés und Discos in Bewegung. Doch Popmusik ist mehr als das! Wir verbinden Erinnerungen mit ihr, sowohl individuelle als auch kollektive: Der erste Kuss, die große Liebe, der Mauerfall und die letzte Fußball-WM. „Popmusik ist in der Lage, uns zu berühren. Sie spiegelt das Lebensgefühl von Generationen wider, stiftet Identitäten und befindet sich im stetigen Wandel. Bevor sie sich etabliert, muss sie sich oft gegen Widerstände behaupten“, sagt Museumsdirektor Dr. Helmut Gold.

Goldene Schallplatte von Elvis*) – Sammlung Richard Weize; © Martin Luther Fotos: Museum für Kommunikation Frankfurt

Welches sind die Ohrwürmer, Moden und vergessenen Hits der jeweiligen Jahrzehnte in Deutschland? Wie haben Popmusik und gesellschaftliches Leben sich gegenseitig beeinflusst? Welche Stile prägten die Musik zu unterschiedlichen Zeiten in Ost und West? Mit diesen Fragen beschäftigt sich bis zum 25. Februar 2018 die neue Wechselausstellung, die Sie besucht und ‚gehört‘ haben sollten!

„Das Herzstück der Ausstellung ist die „Main Road“, die anschaulich den kulturellen Background der jeweiligen Popmusik-Epochen vermittelt“, erläutert Projektleiter Jan Christoph Greim. Der musikalische Trip beginnt Mitte der 1920er-Jahre, als in Berliner Nachtclubs ausgelassen „Charleston“ und „Shimmy“ getanzt wurde und Schallplatte und Grammophon den Sound populär machten. In den 1950er-Jahren hielt der „American Way of Life“ Einzug in Deutschland: „Rock`n`Roll“ und „Twist“ wurden zum Inbegriff des Lebensgefühls der Nachkriegszeit.

In der Beat-Ära kam die Pilzkopf-Frisur groß in Mode und Radio Bremen strahlte die erste deutsche TV-Sendung für junge Leute aus: Den „Beat-Club“. In den 1980er-Jahren gaben die Neue Deutsche Welle und der Punk den Ton an. Über die 1990er-Jahre, in denen „Techno“, „Euro-Dance“ und „Deutschrap“ gleichzeitig in den Hitparaden waren, führt der erlebnisreiche Trip bis hinein in die Gegenwart, in der laut Jan Christoph Greim „Musik nicht mehr zum Anfassen ist, sondern in schillernder Vielfalt digital in Clouds existiert“.

Zu jedem der Zeitabschnitte zeigt die multimediale Ausstellung besondere Exponate – insgesamt über 300 – und hält kurzweilige Radio- und Filmbeiträge sowie Soundstationen mit passenden Musiktiteln bereit. Dabei werden nicht nur Hits präsentiert. Auch Schlager, nahezu Vergessenes und Kurioses, wie die Krone und den Umhang vom „König von Mallorca“ oder den skandalösen „Liebe ist für alle da“-Fankoffer von Rammstein, gibt es zu entdecken. Manche Erinnerung dürfte auch beim Anblick der zahlreichen Plakate, Platten- und CD-Cover im Backstagebereich wieder lebendig werden. Der Streifzug durch die Geschichte der Popmusik wird so schnell zu einer unterhaltsamen Zeitreise durch die eigene Vergangenheit. Beleuchtet wird auch, mit welchen Mitteln das Nazi-Regime und die DDR-Oberen versuchten, ihnen nicht genehme Musik-Richtungen und Auftritte missliebiger Musiker zu behindern oder zu verbieten; etliche der musikalischen „Störenfriede“ und Abweichler wurden gar inhaftiert.

Die hörens- und sehenswerte Schau entstand nach einem Konzept des Museums für Kommunikation in Bern und unter der Federführung des Focke-Museums in enger Zusammenarbeit mit Radio Bremen und dem Berliner Gestaltungsbüro ‚gewerkdesign‘. Sie ist anschließend in Berlin, Leipzig und Stuttgart zu sehen.

„Oh Yeah! Popmusik in Deutschland“ bis 25. Februar 2018 im Museum für Kommunikation Frankfurt – weitere Informationen unter: www.mfk-frankfurt.de

Bernd Heier

*) Der jüngste Coup von Elvis Presley Enterprises (EPE) ist das Gästehaus im Retro-Chic, das 2016 eröffnet wurde – und sich um das Erbe des Superstars kümmert. Es ist gut gebucht, vor allem jetzt: Seit dem 12. August 2017 läuft die jährliche „Elvis Week“, bei der Fans in Scharen nach Memphis pilgern. Im Badezimmer seiner Villa starb Elvis Presley am 16. August 1977. 40 Jahre danach hofft EPE auf die bestbesuchte ‚Elvis Week‘ mit 50.000 bis 70.000 Besuchern, die während der neuntägigen Veranstaltung gut 15 Millionen Dollar ausgeben sollen. Größte Besuchergruppe: Frauen zwischen 28 und 35 Jahren.  –  www.elvis.de

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