Museum als Muse – Thomas Werner zeigt „VORNE“ im Landesmuseum Wiesbaden!

2 Aug
2017
Museum Wiesbaden, Thomas Werner

Thomas Werner, Maquette # 38, 2016, Leimtempera auf Karton – Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Wiesbaden – Unter dem Tiel „VORNE“ zeigt das Landesmuseum Wiesbaden bis zum 29. Oktober 2017 Arbeiten von Thomas Werner. Seit 2015 lädt das Museum Wiesbaden Künstler ein, Projekte und Arbeiten für die Ausstellungsräume auf der zweiten Ebene des Museums „maßzufertigen“.

„Die Räume sollen Einfluss auf das gegenwärtige Werk des eingeladenen Künstlers nehmen dürfen, die Arbeiten wiederum sollen im Hinblick auf die Räume entstehen“, betont Museumsdirektor Dr. Alexander Klar zum Ausstellungskonzept – und ergänzt: „Diese „Ebene Zwei“, für die auch schon Hanns Kunitzberger, Lutz Fritsch und zuletzt David Rabinowitch Ausstellungen eigener Arbeiten konzipiert haben, ist ein gutes Beispiel für unsere Idee vom ,Museum als Muse‘: Von einem Ort, für den Werke entstehen, deren Entwicklung wir eng verfolgen, die durch die Zwänge des Ortes geprägt werden und von der Auseinandersetzung mit dem Ort inspiriert sind. Es sei ein Projektraum für erfahrene Künstler.“

Museum Wiesbaden, Thomas Werner

Thomas Werner (li.) und Dr. Alexander Klar – Foto: Bernd Heier

In der Ausstellung stellt Thomas Werner seinen großen Leinwänden kleinformatige Arbeiten in Tempera auf Wellkarton (sogenannte Maquetten) und Werke in Tempera auf Gips gegenüber. Die von Hand gegossenen Gipsplatten ergeben dabei ähnlich wie bei dem Wellkarton ein flaches Relief. Die beiden Bilduntergründe stehen derzeit im Zentrum seiner Arbeit. Sie können dabei als Modell oder Ausgangspunkt für die großen auf Jute gemalten Bilder dienen, oder sie bestehen als autonomes Bild. Diese 45 x 40 cm messenden Arbeiten sind für ihn gleichberechtigter Teil der Schau, die sich auf Werke der letzten zwei Jahre konzentriert. „Grundlage der Ausstellungsdramaturgie ist, sie nebeneinander zu zeigen und somit den Blick zu ermuntern, Nähe und Distanz zu den Bildern einzunehmen“, so Klar.

Der 1957 in Neu-Ulm geborene Thomas Werner studierte an der Kunstakademie in Karlsruhe bei Prof. Georg Baselitz. Der mehrfach ausgezeichnete Maler lebt seit 1986 in Frankfurt am Main und hatte 1996/97 eine Gastprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach inne. Zu seiner Kunst sagt er: „Was ich sagen will, steckt in den Bildern“.

Kunstinteressierte erwartet in dem besucherfreundlichen Museum neben hochkarätigen Dauerausstellungen in der Gemäldesammlung und der Naturkundlichen Sammlung sowie der faszinierenden Sonderausstellung „Pilze – Nahrung, Gift und Mythen (s. Berichte im positiv-magazin) noch die sehenswerte Präsentation  „Seh-Schule“ von Kazuo Katase. Die in dem gerade eröffneten Künstlerraum im Erdgeschoss gezeigten Werke bieten einen beeindruckenden Überblick über das vielseitige Schaffen des im Jahre 2009 mit dem Otto-Ritschl-Preis ausgezeichneten japanischen Künstlers, der in Kassel lebt und arbeitet.

Thomas Werner„VORNE“ bis zum 29. Oktober 2017 im Museum Wiesbaden -Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur; weitere Informationen unter: www.museum-wiesbaden.de

hbh

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