Pilze bestimmen unser Leben … Sonderausstellung im Museum Wiesbaden: „Pilze – Nahrung, Gift und Mythen“

15 Jun
2017
Tintenfischpilz, Museum Wiesbaden, Pilze

Abguss eines Tintenfischpilzes (Clathrusarcheri) aus der Sammlung Wechsler; Foto: Bernd Fickert, Museum Wiesbaden

Wiesbaden – Pilze sind überall auf der Welt präsent und faszinieren den Menschen seit jeher. Wer diese Ausstellung besucht, hat die gesamte Welt der Pilze erfasst! 

Pilze können weder den Tieren noch den Pflanzen zugeordnet werden und bilden somit ein eigenes Reich. Sie bestehen aus Ansammlungen winziger, einzelner Zellen (Hefe) oder wachsen als Zellfäden (Hyphen). Solche Hyphen bilden Pilzgeflechte (Mycelien), die Böden und Holz durchwachsen und große Flächen besiedeln können.

Pilze bestimmen unser Leben – meist jedoch von uns unbemerkt. Sie spielen in der belebten Natur eine entscheidende Rolle und sind essentieller Bestandteil des natürlichen Stoffkreislaufs. Sie sind eng mit unseren Bedürfnissen und dem Umfeld des Menschen verknüpft: Hefepilze liefern Brot, Bier und Wein. Selbst die gefürchteten Schimmelpilze sind bei der Entwicklung antibiotischer Medikamente von überlebenswichtiger Bedeutung. Darüber hinaus dienen Pilze sogar zum Färben und zur Herstellung edler Papiere. Und natürlich sind die essbaren Exemplare für viele Feinschmecker eine Delikatesse. Bekanntlich ist aber nicht jeder Pilz essbar, mancher ist sogar äußerst giftig.

Pilze, Museum Wiesbaden,

Ausstellungsaufbau; Foto: Bernd Fickert, Museum Wiesbaden

All dies ist in der Sonderausstellung „Pilze – Nahrung, Gift und Mythen“ im Museum Wiesbaden zu bestaunen. In der größten Schau, die das Museum je zeigte, werden über 1.300 Pilze vorgestellt – vom Riesenbovist bis zur orangegelben Puppenkernkeule.

„Die präsentierten Exponate sind Wunderwerke moderner Präparation, die die renommierten Präparatoren Lilo und Klaus Wechsler geschaffen haben“, schwärmt Fritz Geller-Grimm, Leiter der naturkundlichen Sammlungen. Mit Lupe und Bestimmungsbuch können sich Besucher ein eigenes Bild von ihrer Vielfalt an Farben und Formen machen. Museumsdirektor Dr. Alexander Klar ist überzeugt: „Wer hier rauskommt, hat die gesamte Welt der Pilze erfasst“. 

Das „Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur – Museum Wiesbaden“ lädt zu einer spannenden Forschungsreise in das faszinierende Reich der Pilze ein. Die grandiose Schau, die bis zum 05. August 2018 zu sehen ist, bietet etliche Superlativen. Da lässt sich der Mikrokosmos der Myzeten unter Mikroskopen entdecken und fünf Meter hohe Pilzmodelle reizen zum Perspektivwechsel.

Vom Auwald, den Mooren, Misch- und Laubwald über den Nadelwald bis zum Magerrasen lässt sich die Artenvielfalt von Pilzen erkunden. Erstmals werden über 1.300 detailgetreue Pilzpräparate von Lilo und Klaus Wechsler in eigens für die Ausstellung gefertigten Vitrinen präsentiert. Die exzellenten Präparate zeigen sogar die pilztypische feine Behaarung. Zudem wurde extra für diese Ausstellung federführend von Klaus Wechsler – ein 3D-Verfahren zur plastischen, vergrößerten Darstellung von mikrometergroßen Pilzsporen angewendet … das Ergebnis ist nicht nur eine technische Sensation!

„Pilze – Nahrung, Gift und Mythen“ – Sonderausstellung im Hessischen Landesmuseum für Kunst und Natur – Museum Wiesbaden bis 05. August 2018 – weitere Informationen unter: www.museum-wiesbaden.de

Unser Online-POSITIV-MAGAZIN wird in lockerer Folge über die vielfältige Welt der Pilze berichten!

Bernd Heier

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