Hessen ist Leitregion für ‚Cyber-Sicherheitsforschung‘ in Deutschland und Europa: Neue Perspektiven für die Cyber-Sicherheit!

19 Mai
2017

acatech Akademietag; v.l.n.r.: J. Buchmann (TU Darmstadt), K.-H. Streibich (Software AG), E. Kühne-Hörmann (Hessische Justizministerin), D. Spath (acatech Präsident), R. Anderl (Vize-Präs. Mainzer Akademie d. Wissens.) (Foto: acatech / W. Bergmann)

Wiesbaden – „acatech Akademietag“ in Wiesbaden: Immer mehr Produkte und Dienstleistungen werden digital vernetzt … ob assistiertes Fahren, Online Banking, Smart Home oder die Produktion in der Industrie 4.0!

Ein technologischer Wandel verändert rapide alle Lebensbereiche – die Arbeitswelt und den privaten Alltag, öffentliche Infrastrukturen und das eigene Zuhause und nicht zuletzt die Art und Weise, wie wir uns informieren und miteinander kommunizieren. Digitale Medien, soziale Netzwerke und Suchmaschinen beeinflussen die Informationsbeschaffung und Meinungsbildung großer Teile der Gesellschaft.

Entwickelt sich die Sicherheit der zugrundeliegenden Infrastrukturen, Software und Hardware zur Achillesferse moderner Gesellschaften? Diese Frage war Gegenstand des „acatech Akademietages“ in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Hessen ist eine Leitregion für die Cybersicherheitsforschung in Deutschland und Europa und verfügt mit Darmstadt über einen führenden Wissenschaftsstandort in diesem Bereich. Im gemeinsam vom Bund und Land Hessen geförderten Center for Research in Security and Privacy (CRISP) arbeiten Hochschulen und Fraunhofer-Institute gemeinsam an umfassenden IT-Sicherheitskonzepten. acatech-Mitglied Johannes Buchmann (TU Darmstadt und CRISP-Sprecher) konzipierte den diesjährigen Akademietag federführend: „Wir erreichen ein Mindestmaß an Cybersicherheit, wenn wir gute Technologien entwickeln, einen festen und zeitgemäßen Rechtsrahmen schaffen und die Kompetenz der Nutzer – ob Privatleute oder Unternehmen – stärken. Deshalb ist es wichtig, dass acatech diese Nutzergruppen zusammenführt und übergreifende Empfehlungen ausspricht.“

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann begrüßte in ihrer Keynote das Engagement der Akademie: „Die Digitalisierung dringt in nahezu jeden Lebensbereich vor. Es ist deshalb ausgesprochen wichtig, die Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an einen Tisch zu bringen. Nur so können wir die Chancen und Herausforderungen neuer Technologien gemeinsam ausloten und die Digitalisierung gemeinsam gestalten. Dazu gehören sichere Strukturen ebenso wie ein rechtliches Rückgrat der Digitalisierung. Hessen setzt sich deshalb seit langen für eine Digitale Agenda für das Recht ein. Denn mit der weltweiten Vernetzung entstehen auch Handlungsfelder für Kriminelle und Terroristen. Hier ist es eine gemeinschaftliche Aufgabe, die Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass wir die Potentiale der Digitalisierung auch nutzen können.“

Der acatech Senator und Vorstandsvorsitzende der Darmstädter Software AG, Karl-Heinz Streibich, betonte in seinem Impulsvortrag die besondere Bedeutung von Vertrauen in Technologien, Geschäftsmodelle und Unternehmen für wirtschaftliches Wachstum. Hauke Stars, Vorstandsmitglied der Deutsche Börse AG und ebenfalls Mitglied des acatech Senates, skizzierte die besonderen Herausforderungen für Cybersicherheit im Finanzsektor. acatech Präsident Dieter Spath warnte vor den negativen Einflüssen fehlender Akzeptanz von Technologien auf Wertschöpfung und Wachstum in Deutschland: „Angst und Misstrauen sind die größten Innovationshürden. Nur wenn wir einen transparenten Dialog führen und Chancen und Risiken offen und fair abwägen, entsteht ein technologie- und innovationsoffenes Klima in Deutschland.“ …

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten, wie zum Beispiel mehr digitale Bildung, Technologien zur Erkennung von falschen Behauptungen im Internet und transparente Informationen über Algorithmen bei Suchmaschinen und anderen personalisierten Anwendungen zu mehr Sicherheit im Netz beitragen können.

www.acatech.de

mynewsdesk/gw

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