„Gemüse des Jahres“ für die Jahre 2017/2018 ist die „Steckrübe“ oder „Kohlrübe“! … ein Gemüse mit Tradition – und mit Zukunft!

26 Mrz
2017

Bild: By Picasa user Seedambassadors [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Steckrübe oder Kohlrübe (Brassica napus ssp. napobrassica L.) ist vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN) als „Gemüse des Jahres“ für die Jahre 2017/2018 auserkoren worden.

Wir möchten die Menschen dazu ermuntern, sich besonders in den kommenden zwei Jahren vermehrt der Steckrübe anzunehmen, in Garten und Küche zu experimentieren und das Wissen über dieses klassische Gemüse in die Welt zu tragen. Die Steckrübe ist ein Gemüse mit Tradition, aber auch mit Zukunft. Als Anregung hat die ‚AG Gemüse des Jahres‘ (Alexander Artmann, Elvira Stoltmann, Johannes Timaeus) des VEN einen großen Fundus an Informationen u.a. zur Züchtungsgeschichte, Sortenvielfalt, Kultivierung im Garten und Saatgutvermehrung in dem nachfolgenden Artikel zusammengetragen, der kostenlos als Faltblatt bestellt werden kann und auch als PDF verfügbar ist.

Eveline Renell hat die Lieblings-Rezepte einiger VEN-Mitglieder in einer schönen Rezeptsammlung zusammengestellt. Über die „Saatgutliste“ kann man derzeit 10 verschiedene Steckrübensorten bestellen. Über die Suchfunktion kann man sich mit dem Stichwort „Steckrübe“ alle Sorten auflisten lassen.

Die Steckrübe, Kohlrübe, Wrucke oder Wruke ist ein traditionelles Gemüse insbesondere des nördlichen Europas, wo sie auch in kühlem Klima gut gedeiht und mit ihrem mitunter zarten, süßlichen Aroma und guter Lagerfähigkeit vielfältig verwendbar ist. Nicht von ungefähr wird sie auch als Ananas des Nordens bezeichnet. Zugleich hat sie aber aufgrund der Erinnerungen an eine Geschichte verheerender Katastrophen bis heute einen schlechten Ruf.

Als „Steckrübenwinter“ ist insbesondere der Jahreswechsel 1916/17 während des ersten Weltkriegs in die Geschichte eingegangen. Nach einer massiven Missernte von Kartoffeln und unter der Seeblockade durch die Westmächte wurden – nachdem die Schweine selbst bereits geschlachtet waren – die eigentlich als Viehfutter angebauten Kohlrüben an die hungernde Bevölkerung verteilt. Auch im Hungerwinter 1946/47 wurde wieder auf Steckrübenrationen zurückgegriffen.

Erst seit wenigen Jahren gewinnt die Steckrübe wieder an kulinarischer Bedeutung. Da ihr Anbau unkompliziert ist und sie weder Agrarchemie noch lange Transporte aus wärmeren Regionen benötigt, ist sie ein modernes, klimaschonendes Nahrungsmittel.

www.nutzpflanzenvielfalt.de

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gw

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