Pflege und Leben im Alter: Dokumentation aus der Reihe „betrifft“ im SWR Fernsehen am 21. und 28.9. ab 20:15 Uhr

15 Sep
2016
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Bild: SWR

Mainz – Sollte man mit 80 nochmal umziehen? Wie kann Mitmenschlichkeit auch bei üblichen Pflegesätzen im Heim gelebt werden? Wie erkennt man, welches ein gutes Heim ist? Und geht es auch anders, zum Beispiel in einer Senioren-WG?

In zwei Dokumentationen aus der Reihe „betrifft“ und jeweils daran anschließenden Reportagen macht das SWR Fernsehen am 21. und 28. September ab 20:15 Uhr die Pflege und das Leben im Alter zum Thema.

Brigitte Rogowski ist 92 und alleinstehend. Bis zuletzt hatte sie sich gewehrt in ein Heim zu ziehen. Doch nach einem Sturz ging es nicht mehr anders – sie hatte Glück und kam ins Maria-Martha-Stift in Lindau am Bodensee, wo man Wert legt auf Zuwendung, Mitmenschlichkeit, gesundes Essen und abwechslungsreiche Tagesgestaltung. Bei durchschnittlichen Pflegesätzen wirtschaftet das Heim erfolgreich.

Ist gute Pflege also nicht eine Frage des Geldes, sondern der inneren Haltung? Damit hat sich die SWR-Redaktion von „betrifft“ in dem Film „Gute Pflege – Eine Frage der Haltung?“ (21.9., ab 20:15 Uhr) auseinandergesetzt. Die zweite „betrifft“-Dokumentation: „Daheim oder ins Heim? Wenn die Eltern Pflege brauchen“ am 28.9., ab 20:15 Uhr, begleitet vier Familien auf der Suche nach Lösungen für die pflegebedürftigen Eltern. Es zeigt sich schnell, dass es keine einfache Lösung gibt, sondern dass die Suche nach der richtigen Pflege oft anstrengend sein kann.

Renommierter Pflege-Experte begleitet die „betrifft“-Filme

Der renommierte Pflege-Kritker Claus Fussek begleitet die „betrifft“-Filme als Experte. Er ist Anlaufstelle von Tausenden von Angehörigen und Pflegekräften in Deutschland, die ihm teilweise erschütternde Erlebnisse schildern. So berichtet er von verwahrlosten Heimbewohnern, Mitarbeitern im Burnout, und fragt, warum muss Pflege so sein? Er zeigt auch, wie es anders geht, und gibt Hinweise, wie man als Laie ein gutes Heim erkennt.

Zwei Beispiele für Senioren-WGs

Im Alter nochmal umziehen: Nicht ins Altersheim, sondern in eine Senioren-WG. Für „Wohnen im Alter: Umzug mit 80“ am 21.9., ab 21:00 Uhr, haben die Autorinnen Liz Wieskerstrauch und Julia Geyer ein knappes Jahr lang die Bewohnerinnen und Bewohner zweier Senioren-WGs in Breitenau und Marienrachdorf begleitet. In Marienrachdorf zum Beispiel kümmern sich die alten Menschen gemeinsam um die Tiere und den Hof. Wäsche machen, kochen, ein Schwätzchen halten – jeder kann sich am Haushalt beteiligen. Im Alter nicht aus der Heimat wegzumüssen, ist für die Senioren enorm wichtig.

Die „Hausgemeinschaft für Frauen“ – ein Zukunftsmodell?

Die 74-jährige Ursula Schebur ist eine Pionierin: Gemeinsam mit 12 Mitstreiterinnen hat sie die „HaGeF“ in Esslingen gegründet, die „Hausgemeinschaft für Frauen“, ein Haus gebaut, in dem alle wohnen und ein gemeinschaftliches und selbstbestimmtes Leben im Alter bei größtmöglicher Autonomie der Einzelnen leben möchten: Eine Haus-, aber keine Wohngemeinschaft. Nur Frauen dürfen mitmachen. Ist ihr Lebenskonzept tragfähig? Demografischer Wandel, Altersarmut von Frauen, Kostenexplosion im Gesundheitswesen: Kann die Esslinger „HaGeF“ auch eine Antwort auf die Fragen der Demografie sein, ein Modell für die Zukunft? Für „Wohnen im Alter: Ein Haus voller Frauen“ am 28.9. ab 21:00 Uhr, haben die Autorinnen Gabriele Damasko und Kerstin Raddatz das Wohnprojekt drei Jahre lang begleitet.

ots/wk

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