Kunst über den Wolken – Ausstellung HIMMELWÄRTS im „Museum Sinclair-Haus“ mit zeitgenössischen Werken zwischen Erde und Unendlichkeit … noch bis 14. Februar!

11 Jan
2016
REILE_kapsel

Sven Reile, Kapsel, 2014, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Bad Homburg v. d. Höhe – Der ganze thematische Kosmos zwischen Erde und Unendlichkeit, zwischen Gravitation und Schwerelosigkeit ist in der faszinierenden Ausstellung HIMMELWÄRTS in Gemälden und Zeichnungen sowie in Fotografien, bewegten Rauminstallationen und Videoarbeiten zu sehen … noch bis zum 14. Februar.

In einer Zeit, in der wir diesen Welt-Raum ganz selbstverständlich erobern und nutzen, blicken auch die Künstler in diese kaum fassbare Sphäre. Der menschliche Konflikt zwischen „Bodenhaftung“ einerseits und der Sehnsucht nach dem „Immer weiter und höher“ andererseits wurde bereits von Platon in seinem Bericht über Thales von Milet thematisiert. Diese Spannung spielt auch in der künstlerischen Auseinandersetzung eine entscheidende Rolle:

„Es wird erzählt, dass Thales, als er astronomische Beobachtungen anstellte und dabei nach oben blickte, in einen Brunnen gefallen sei und dass eine witzige, reizende Magd ihn verspottet habe: Er strenge sich an, die Dinge im Himmel zu erkennen, von dem aber, was ihm vor Augen und vor den Füssen liege, habe er keine Ahnung.“

Letztlich gilt der Blick ins Weltall oft genug der Suche nach sich selbst, nach der eigenen Verortung im „großen Ganzen“. Denn der Wunsch, den Makrokosmos zu verstehen, birgt auch die Hoffnung unsere eigene Welt besser fassen zu können. Die Kunstwerke dieser Ausstellung vereint, dass es sich dabei stets um fragmentarische Annäherungen an die unendliche Weite des Kosmos handelt. Sie eröffnen dem Betrachter assoziative Räume, die mehr oder weniger direkt mit dem wissenschaftlichen Bild-Repertoire spielen, das uns nahezu alltäglich präsentiert wird.

So sind in der Ausstellung sowohl bildhafte Spuren der ersten Mondlandung 1969 zu entdecken, aber auch malerische Reaktionen auf die atemberaubenden Aufnahmen des Hubble-Teleskopes. Auch Naturphänomene wie eine Sonnenfinsternis – medial inzwischen massenwirksam begleitet und vermarktet – inspirieren die Künstler: Wenn der Mond die Sonne verschattet, werden Naturgewalten spürbar, die dem Menschen die eigene Statistenrolle sinnbildlich vor Augen führen – beim Kräftemessen zwischen Licht und Dunkelheit bleibt er nur Zuschauer.

Zu sehen sind Werke von Hans Aichinger, Christoph Brech, Vija Celmins, Björn Dahlem, Douglas Gordon, David Krippendorff, Mischa Kuball, Robert Longo, Hiroyuki Masuyama, Maximilian Prüfer, Sven Reile, Peter Sauerer, Santeri Tuori, Brigitte Waldach, Julia Willms und Bernd Zimmer.

MUSEUM SINCLAIR-HAUS, Löwengasse 15, Eingang Dorotheenstraße, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe – T +49 (0) 6172 404-120 … ÖFFNUNGSZEITEN: Di 14–20 Uhr – Mi bis Fr 14–19 Uhr – Sa, So 10–18 Uhr – Montags geschlossen … EINTRITTSPREISE: Regulär 5,– Euro (ermäßigt 3,– Euro) – Familienkarte 12,– Euro – mit Kulturpass 1,– Euro, mit Museumsufer- oder ICOMcard Eintritt frei – mittwochs für alle Eintritt frei.

Über die ALTANA KULTURSTIFTUNG:

Kunst und Natur stehen im Zentrum der Aktivitäten der ALTANA Kulturstiftung, eine Gründung der Unternehmerin Susanne Klatten im Jahr 2007. Mit ihrem Engagement will die Stiftung einen aktiven Beitrag zur ästhetischen Bildung leisten. Die ALTANA Kulturstiftung zeigt im Museum Sinclair-Haus Wechselausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die ALTANA Kunstsammlung umfasst weit mehr als 600 Werke zeitgenössischer internationaler Kunst zum Thema „Natur“. Zu den umfangreichen Bildungsaktivitäten der Stiftung zum Thema „Kunst & Natur“ gehört ein interdisziplinäres Angebot mit Bildenden Künstlern, Musikern, Tänzern, Schriftstellern und Schauspielern für Kinder und Jugendliche.

Im Jahr 2012 gründete Susanne Klatten eine weitere Stiftung in Form einer gGmbH, die Stiftung Nantesbuch für Kunst und Natur. Auch sie sieht sich dem Gedanken verpflichtet, das Bewusstsein für den Wert von Kunst, Kultur und Natur zu schärfen und Menschen unserer Zeit einen Raum eigenen Erlebens, der Erfahrung und Entfaltung im Spannungsfeld von Kunst und Natur zu eröffnen: Die Stiftung Nantesbuch gGmbH. –  http://www.altana-kulturstiftung.de

gw

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