Große Trauer um Karlheinz Böhm, den beliebten Schauspieler und Gründer „Menschen für Menschen“!

31 Mai
2014

By Manfred Werner - Tsui (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Bild: Manfred Werner – Tsui (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

München (ots) – Nach langer schwerer Krankheit ist Karlheinz Böhm, der Schauspieler und Gründer der Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“, am 30. Mai, im Alter von 86 Jahren gestorben. Aus diesem Anlaß änderte das ERSTE sein Programm.

„Als Kaiser Franz Joseph hat sich Karlheinz Böhm in den ‚Sissi‘-Filmen an der Seite von Romy Schneider Mitte der 50er Jahre in die Herzen der Zuschauer gespielt und so das Image eines ehrlichen und aufrichtigen Kämpfers erworben. Diese Popularität hat er dann für sein Engagement als Gründer der Hilfsorganisation ‚Menschen für Menschen‘ genutzt,“ betont Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen – und ergänzt:

„Das Publikum liebt die legendären ‚Sissi‘-Filme bis heute. Mit der Programmänderung wollten wir Leben und Wirken von Karlheinz Böhm ehren!“

In den Historienfilmen verkörpern Karlheinz Böhm und Romy Schneider als Kaiser Franz Joseph und seine Frau Elisabeth das Traumpaar des deutschen Films der 1950er Jahre.

Karlheinz Böhm (* 16. März 1928 in Darmstadt, Deutschland; † 30. Mai 2014 in Grödig, Österreich) – einziges Kind der Sopranistin Thea Linhard und des Dirigenten Karl Böhm – war ein österreichischer Schauspieler deutscher Herkunft und wirkte in 45 Filmen mit. Seine Organisation „Menschen für Menschen“ hilft unter dem Motto „Hilfe zur Selbstentwicklung“ notleidenden Menschen in Äthiopien.

1976 wurde Böhm zum ersten Mal mit der Armut in Afrika konfrontiert. Um einen Bronchialkatarrh auszukurieren, empfahlen ihm die Ärzte einen Aufenthalt in Kenia. Dort ließ er sich von einem einheimischen Hotel-Angestellten die Kehrseite der Luxusfassade zeigen. Karlheinz Böhm sah die Hütte des Hotel-Angestellten – erfuhr, dass die Einheimischen sich nur den Kopf eines Fisches leisten konnten, und war erschüttert. Er konnte sich mit der Armut nicht abfinden und beschloss, in Afrika zu helfen.

Als er wieder nach Deutschland zurückkehrte, wurde er in die Sendung „Wetten, dass ..?“ eingeladen. Dort wettete er am 16. Mai 1981, nicht einmal jeder dritte Zuschauer werde eine Mark bzw. sieben Schilling oder einen Franken für notleidende Menschen in der Sahelzone spenden. Er versprach, dass er selbst nach Afrika gehen werde, um zu helfen, wenn er die Wette verliere. Das Spendenziel wurde nicht erreicht, und Böhm gewann die Wette; immerhin kamen jedoch rund 1,2 Millionen DM zusammen. Nach der Sendung flog er im Oktober 1981 mit dem Geld erstmals nach Äthiopien und gründete am 13. November 1981 die Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“.

Eine der Ursachen für die Armut in Äthiopien sah Karlheinz Böhm in der sozialen Benachteiligung der Frauen. Die soziale Position der Frau müsse endlich verbessert werden; dazu gehöre u. a. die Abschaffung von Kinderehen und weiblicher Genitalverstümmelung … dafür umfassende Alphabetisierung und Bildung. Viele Jahre verbrachte Karlheinz Böhm mehrere Monate im Jahr in Äthiopien und besuchte die einzelnen Projekte.

Böhm war auch Initiator der ersten Partnerschaft auf kommunaler Ebene zwischen einer deutschen und einer äthiopischen Gemeinde. Diese wurde 1994 zwischen Vaterstetten, dem damaligen Wohnort Böhms, und Alem Katema geschlossen.

Die österreichische Tageszeitung ‚Kurier‘ erschien am 31. Mai 2014 mit der Schlagzeile: „Vom Kaiser zum Edelmann – Karlheinz Böhm 1928–2014“.

Quelle: Erstes Deutsches Fernsehen/Wikipedia-gw

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