Bild: Statista

Hamburg„Made in Germany“ lässt damit Vertrauenssiegel anderer globaler Exportnationen wie „Made in USA“ oder „Made in UK“ zum Teil deutlich hinter sich.

Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Made-in-Country-Index (MICI) von Statista hervor. Statista, eine der weltweit führenden Datenbanken für wirtschaftsrelevante Fakten und Informationen, wollte wissen, welche Länder rund um den Globus das beste Image als Hersteller und Exporteur haben und befragte dazu in Zusammenarbeit mit Dalia Research rund 43.000 Verbraucher in 52 Ländern.

Das Ergebnis: Ein weltweites Länderranking und Gradmesser der Markenstärke einzelner Nationen. Zum weltweit führenden Qualitätslabel „Made in Germany“ gehören vor allem die positiven Bewertungen in den Produktkategorien „Qualität“ und „Sicherheitsstandards“ sowie die große Beliebtheit über viele Ländergrenzen der Welt hinweg: Deutschland ist die „Nummer 1“ in 13 Ländern.

Auf Platz zwei kommt die Schweiz, die vor allem in den Kategorien „Statussymbol“ und „Authentizität“ weltweit sehr hoch bewertet wurde. Italien punktet beim Design, während Japan für das Attribut „Spitzentechnologie“ den höchsten Wert aller Länder erhält. China sticht beim Merkmal „Preis-/Leistungsverhältnis“ heraus.

Bemerkenswert ist das Abschneiden des Labels „Made in EU“, das erst 2003 von der EU-Kommission ins Leben gerufen wurde. Es landet im weltweiten Ranking auf ‚Platz 3‘. Seine positive Reputation verdankt das Gemeinschaftslabel vor allem durchgängig hohen Werten auch außerhalb der EU.

Anders dagegen das Hochtechnologieland USA: Die Vereinigten Staaten tauchen beim Made-in-Country-Index nicht in der Top-Gruppe auf. Insgesamt landen die USA auf ‚Platz 8‘ und damit hinter Großbritannien, Schweden und Kanada. Die Vereinigten Staaten finden sich außerdem unter den zehn Ländern, deren Image sich in den vergangenen zwölf Monaten am negativsten entwickelt hat.

Doch nicht nur für die USA gilt, dass aktuelle politische Umwälzungen einen nachweisbaren Effekt auf das Image einzelner Produzentenländer haben. Auch die Werte der Türkei oder Griechenlands künden von den jüngsten politischen Entwicklungen und dem damit zusammenhängenden Reputationsschaden für diese Länder.

ots/wk

Tipps und Informationen zum Reisebeginn am Frankfurter Flughafen  •  Bild: Fraport AG

Frankfurt am Main – Ostern ist schon greifbar nahe: Mit den Osterferien in Hessen und Rheinland-Pfalz beginnt die erste große Reisewelle des Jahres am Frankfurter Flughafen.

Aufgrund des hohen Passagieraufkommens an den Feiertagen, empfiehlt der Flughafenbetreiber Fraport eine frühzeitige Anreise zum Flughafen. Das frühe Ankommen gewährleistet einen entspannten Urlaubsstart, ganz ohne Hektik. Fluggäste sollten sich während der Ferienreisezeit spätestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Check-in-Schalter einfinden.

Informationen zu den jeweiligen Schalternummern der Fluggesellschaften sind im Internet unter www.frankfurt-airport.de abrufbar.

Darüber hinaus bietet die Internetadresse viele weitere Tipps, um den Aufenthalt am Airport für die ganze Familie komfortabel und erlebnisreich zu gestalten. Viele Dinge lassen sich bereits bequem von zu Hause aus organisieren: Richtig packen, einchecken, Parkplatz finden und Pass- und Zollformalitäten klären. Wertvolle Anregungen erhalten insbesondere Reisende mit Kindern, Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität sowie Passagiere, die mit Tieren reisen. Lagepläne, Restaurant-, Shopping- und Erlebnistipps für die Zeit vor dem Abflug runden das Informationsangebot ab.

Für Fluggäste, die ins Warme fliegen und ohne Ballast starten wollen, bietet sich der Wintermantel-Aufbewahrungsservice an. Für 50 Cent am Tag und pro Stück sind Jacken und Mäntel bei der Gepäckaufbewahrung am Flughafen gut aufgehoben, wo sie direkt nach dem Urlaub wieder abgeholt werden können. Nicht nur Winterjacken können eine Last beim Reisen darstellen, sondern auch sperrige Kinderwagen. Daher gibt es in beiden Terminals einen kostenlosen Kinderbuggy-Verleih für alle reisenden Familien. Der Kinderwagen kann anschließend im öffentlichen Terminalbereich zurückgegeben oder bei Abflug einfach am Gate stehen gelassen werden, wo ein Flughafenmitarbeiter ihn abholt.

Die FRA Comfort Services bieten ein auf den jeweiligen Fluggast maßgeschneidertes, kostenpflichtiges Serviceangebot mit vielen Annehmlichkeiten. Je nach Reiseverlauf, Planung und den persönlichen Bedürfnissen der Reisenden beginnt der Urlaub bereits vor der eigenen Haustür. Mit dem Door-to-Gate und dem Gate-to-Door Service sichern sich Fluggäste eine persönliche Rundum-Betreuung. So kann ein Transport zum oder vom Frankfurter Flughafen im Umkreis von bis zu 80 Kilometern für bis zu fünf Personen gebucht werden.

Des Weiteren gibt es auch einen bequemen Begleitservice vor Ort. Ein Mitarbeiter des Flughafens kümmert sich um die Organisation aller Abläufe, unterstützt die Gepäck-Handhabung und bringt die Gäste nach dem Check-in sowie der Sicherheitskontrolle mit einem Wagen zum Gate (buchbar unter www.frankfurt-airport.com).

Alle wichtigen Tipps und Service-Informationen für einen entspannten Reisestart und angenehmen Zeitvertreib vor dem Abflug finden Passagiere auf der Reise-Homepagesowie über die Social-Media-Kanäle auf  Twitter, FacebookInstagram  und  YouTube

www.fraport.de

gw

Bild: Pixabay

Berlin – Der Deutsche Bundestag debattierte jetzt in 1. Lesung einen Gesetzentwurf zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung. Der Bund wird weitere 1,126 Milliarden Euro für den Kita-Ausbau zur Verfügung stellen. Dazu erklärt der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg:

„Wie wichtig der Gesetzentwurf zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung ist, zeigt ein Blick in die Städte und Gemeinden. Vielerorts mangelt es an freien Plätzen. Besonders wichtig ist für die Union, dass der Bund mit diesem Maßnahmenpaket in Höhe von 1,126 Milliarden Euro für 100.000 weitere Betreuungsplätze nicht nur Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren fördert, sondern für Kinder bis zum Schuleintrittsalter.

Der Ausbau der Kinderbetreuung ist für uns eine Aufgabe von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Er ist ein Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Auch Kinder aus bildungsfernen Familien bekommen durch die Kita Zugang zu Angeboten der frühkindlichen Bildung. Sie werden zum Beispiel in ihrer sprachlichen Entwicklung, in ihrer Kreativität und in ihrem Sozialverhalten gefördert. Das steigende Angebot an Kindertageseinrichtungen erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und kommt damit den Wünschen vieler Familien entgegen. Mit Blick auf die Bedürfnisse von Familien ist eine Kontinuität in den Betreuungsangeboten über das Kindergartenalter hinaus sehr wichtig – hier gilt es, das Augenmerk darauf zu richten.“

Hintergrund:

Mit diesem Gesetz wird das vom Bund 2007 eingerichtete „Sondervermögen Kinderbetreuungsausbau“ um 1,126 Milliarden Euro aufgestockt. 2017 werden Bundesmittel in Höhe von 226 Millionen Euro und 2018 bis 2020 Mittel in Höhe von jährlich 300 Millionen Euro zugeführt. Das Gesetz soll rückwirkend zum 01. Januar 2017 in Kraft treten, wobei seit 01. Juli 2016 begonnene Maßnahmen zugelassen werden. Im Rahmen des Investitionsprogramms können aber auch solche Investitionen gefördert werden, die der Bewegungsförderung, der gesundheitlichen Versorgung, der Umsetzung von Inklusion oder der Familienorientierung dienen.

http://www.cducsu.de

ots/gw

obs/Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V./Martin Leissl

Frankfurt am Main – „… das sind die beiden wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit“, erklärte Franz Müntefering, ehemaliger Vizekanzler und Bundesminister für Arbeit und Soziales, in seinem Vortrag zum Thema „Schmerzen in der alternden Gesellschaft“ während der offiziellen Eröffnung des 28. Deutschen Schmerz- und Palliativtages.

In Deutschland haben wir jetzt schon 4,5 Millionen Menschen über 80-Jährige und 12.300 über 100-Jährige. „In 50 Jahren füllen die 100-Jährigen ein Stadion mit 70.000 Plätzen! Um diese Menschen müssen wir uns kümmern. Und wie wir das machen, darüber müssen wir reden, gesamtgesellschaftlich und rechtzeitig“, so Müntefering.

„In den letzten 50 Jahren ist viel erreicht worden, auch durch die Hochleistungsmedizin“, betont Franz Müntefering den Kongressteilnehmern. Viel wichtiger seien aus seiner Sicht aber zum einen die wieder aufgelebte Hospizbewegung, bei der vor allem die Begleitung der Menschen an ihrem Lebensende im Vordergrund steht. Zum anderen die Palliativmedizin, bei der die medizinische, vor allem schmerzlindernde Betreuung im Vordergrund steht. Er selbst hat einige Hospize mit eingerichtet und dafür den Ehrenpreis des deutschen Hospiz- und Palliativverbandes erhalten.

Heute gebe es für viele alte Menschen „viele gute Jahre on top“, doch man soll auch einfach sterben dürfen. Wie es für den betroffenen alten Menschen am besten ist, das sei sehr verschieden. Wichtig ist, dies frühzeitig zu regeln, Angehörige müssen das Gespräch suchen, eine Patientenverfügung sollte erstellt werden. Viele Menschen möchten ihren Angehörigen zu Hause pflegen, das ist sehr ehrenwert. Aber können sie das auch? Pflege muss man lernen. Müntefering fordert daher deutlich mehr verlässliche Information und Beratung zu unterstützenden Angeboten.

Leider gebe es zudem gerade auf dem Land immer wieder Ärztemangel und damit große Versorgungslücken: „Um das zu verbessern, müssen wir auch in der Politik Kraft und Anstrengung reinstecken“, fordert Müntefering. In seinem Schlusswort appellierte er aber auch an die Eigenverantwortung jedes einzelnen:Irgendwann muss man einsehen, dass man selber alt ist. Es sind nicht nur die anderen. Wenn ich gut alt werden will, muss ich rechtzeitig etwas tun, von gesunder Ernährung bis mehr Bewegung. Das Leben ist eine Chance, machen Sie was Gutes daraus.“

Weitere Informationen unter:  www.schmerz-und-palliativtag.de

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., Berlin:  www.dgschmerzmedizin.de

ots/gw

Frankfurt am Main – Junge und aufstrebende Unternehmer und Führungskräfte der Wirtschaft gründeten bereits am 01.04.1950 den „Wirtschaftsclub Rhein-Main e.V.“ im I.G.-Farben-Haus in Frankfurt am Main.

Es sollte keine ausschließliche Unternehmer-Vereinigung sein, sondern angestellte Manager und Führungskräfte wurden einbezogen … dadurch entstand absolute Neutralität in parteipolitischer, sozialer, wirtschaftlicher und religiöser Hinsicht – fest verankert im Fundament der jungen deutschen sozial-liberalen Marktwirtschaft.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungen sollten der Austausch von Meinungen und Ideen sowie eine Kontaktaufnahme zu potentiellen Geschäftspartnern stehen. Aus diesen Anfängen entwickelte sich der Club ab 1962 unter der Führung von Dr. Ernst Gloede – mit zahlreichen Firmen- und Einzelmitgliedschaften aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Wissenschaft sowie mit jungen Auszubildenden – zu einer der größten Vereinigungen seiner Art in Europa. 60% der Mitglieder und Mitgliedsfirmen sind im Rhein-Main-Gebiet beheimatet, die restlichen 40% kommen aus der gesamten Bundesrepublik und Europa.

Hochkarätige Vortragsabende präsentieren bereits seit weit über einem halben Jahrhundert bekannte Politiker, Unternehmer, Manager sowie Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst oder neue Firmenprodukte sowie Firmenideen und Länder.

Seit Sommer 2016 leitet der Unternehmensberater und Diplom-Volkswirt Thomas Kremer (geschäftsführender Gesellschafter der ‚b-k-p Consulting GmbH‘) die Geschicke des „Wirtschaftsclub Rhein-Main e.V.“ mit über 900 Mitgliedern.  –  www.wirtschaftsclub-rm.de

Thomas Kremer leitet seit Sommer 2016 die Geschicke des „Wirtschaftsclub Rhein-Main e.V.“

Hintergrund-Informationen:

Insbesondere Produkte – wie der 1980 von Dr. Gloede ins Leben gerufene „Innovationspreis der deutschen Wirtschaft“, rechtlich geschützt als „Erster Innovationspreis der Welt®“, trugen dazu bei, dass Bekanntheitsgrad und Einfluss des Wirtschaftsclubs sich sogar europaweit ausdehnten. Im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Teils der jährlichen Gala-Nacht stand viele Jahre zusätzlich die Austragung des „1.Innovations-Modedesigner-Cups“, ein attraktiver Wettbewerb für junge, talentierte Modedesigner/-innen.

Auch die Auslobung des „Deutschen Arbeitsplatzinvestor-Preises“ setzte viele Jahre Zeichen für positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Das „Golfturnier der deutschen Wirtschaft“ hat seit über dreißig Jahren einen festen Platz im Terminkalender deutscher Führungskräfte zu einem Meinungsaustausch mit sportlichem Hintergrund. Die „Prognose der 100“ ist eine wichtige und spannende Veröffentlichung, mit welcher der Wirtschaftsclub national und international seit Jahren viel beachtet in Erscheinung tritt und deren 20. Jubiläumsausgabe im Herbst 2013 erschienen ist.

Cision ermittelte in den letzten Jahren jeweils mit seinem „Medien-Echo“ des Innovationspreises Page-Impressions in Milliarden-Höhe und bestätigt damit, dass der „Wirtschaftsclub Rhein-Main e.V.“ weltweit im Focus der jungen Eliten steht … ergänzend dazu agierte er einige Jahre erfolgreich mit dem Internet-Forum „Wipinova“ zu Themen aus Wirtschaft, Politik, Innovation, Sport und Gesellschaft.

Stellvertretend für zahlreiche Referenten in den letzten Jahren:

Dr. Wilhelm Bender,  Prof. Dr. Kurt Biedenkopf,  Dr. Norbert Blüm,  Dr. Rolf-E. Breuer,  Prof. Dr. Utz Claassen,  Heinz Dürr,  Hans Eichel,  Henri Giscard d´Estaing,  Valery Giscard d´Estaing,  Joschka Fischer,  Carl-Peter Forster,  Dr. Hans Friedrichs,  Hans-Dietrich Genscher,  Carlos Ghosn,  Gregor Gysi,  Hans-Olaf Henkel,  David J. Herman,  Dr. Alfred Herrhausen,  Dr. Klaus Kinkel,  Roland Koch,  Dr. Helmut Kohl,  Hilmar Kopper,  Dr. Bruno Kreisky,  Klaudia Martini,  Dr. Ulf Merbold,  Dr. Angela Merkel,  Dr. Hans Modrow,  Reinhard Mohn,  Heinz Nixdorf,  Johannes Rau,  Dr. Günter Rexrodt,  Rudolf Scharping,  Walter Scheel,  Dr. Helmut Schmidt,  Gerhard Schröder,  Gerd Schulte-Hillen,  Gesine Schwan,  Dr. Lothar Späth,  Dr. Manfred Stolpe,  Dr. Franz-Josef Strauß,  Jürgen Weber,  Dr. Guido Westerwelle,  Dr. Martin Winterkorn … und viele bekannte Persönlichkeiten mehr.

Siehe auch:  www.wirtschaftsclub-rm.de  / Veranstaltungen

Gertrud E. Warnecke

Heute nur noch fossil in West-Sibirien zu finden: Die Knoblauchkröte – ©Davit Vasilyan

Frankfurt am Main / Tübingen – Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien! Senckenberg-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Madelaine Böhme untersuchte gemeinsam mit einem internationalen Team die Entwicklung der Amphibien- und Reptilienfauna während der letzten zwölf Millionen Jahre in Westsibirien.

Die Wissenschaftler zeigen in ihrer jetzt im Fachjournal „Peer J“ erschienenen Studie, dass die Artenvielfalt beider Tiergruppen in der Vergangenheit deutlich größer als heute war. Unter anderem fanden die Forscher erstmalig einen asiatischen Vertreter der ausgestorbenen Frosch-Familie Palaeobatrachidae sowie Nachweise für bis zu 1,80 Meter große Riesensalamander. Der sibirische Winkelzahnmolch, vier Braunfrosch- und vier Krötenarten, ein Grünfrosch, zwei Eidechsen und fünf Schlangenarten – diese 17 Arten repräsentieren aktuell die Fauna der Amphibien und Reptilien Westsibiriens.

Damit zählt die Region zu den artenärmsten dieser Tierstämme in Eurasien und Nordafrika. „Das war aber nicht immer so“, erklärt Prof. Dr. Madelaine Böhme, Direktorin des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) an der Universität Tübingen, und fährt fort: „Unsere aktuelle Studie zeigt, dass die Anzahl von Amphibien- und Reptilienarten in der Erdgeschichte deutlich höher war.“

Das internationale Wissenschaftlerteam rund um die Tübinger Paläontologin und Dr. Davit Vasilyan vom JURASSICA Museum in Porrentruy hat Fossilien der vergangenen zwölf Millionen Jahre aus über 40 Fundstellen in Westsibirien untersucht. Gesammelt wurden diese in 40-jähriger Forschungstätigkeit von ihrem russischen Kollegen Dr. Vladimir Zazhigin. „Wir konnten über 50 verschiedene Arten bestimmen – von Schwanzlurchen, Fröschen über Schuppenechsen bis zu Schildkröten. Das hat selbst unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, freut sich Böhme.

Unter den Funden entdeckte das Team zum Beispiel Nachweise für Riesensalamander, eine Gruppe von bis zu 1,80 Meter großen Schwanzlurchen, die heute nur in regenreichen Gebieten Japans und China heimisch sind. Ebenso unerwartet waren Belege für mehrere Krokodil-Molch-Arten, deren heutige Verwandte in China und Vietnam leben.

„Zudem haben wir erstmalig einen asiatischen Vertreter aus der ausgestorbenen Frosch-Familie Paleobatrachidae nachgewiesen“, so Böhme und ergänzt: „Auch einen ‚alten Bekannten’ haben wir unter den Fossilien wiederentdeckt: Der sibirische Winkelzahnmolch lebte auch schon vor zwölf Millionen Jahren in der Region jenseits des Urals.“ Heutige Vertreter dieser Lurch-Gattung haben sich an die unwirtlichen klimatischen Bedingungen angepasst und überleben eingefroren im Boden Temperaturen bis zu minus 40 Grad Celsius.

Die Fossilfunde geben nicht nur Aufschluss über die Tierwelt der Vergangenheit, sondern lassen auch Rückschlüsse auf Klima, Niederschläge und Vegetation zu: Der Fund eines sechs Millionen Jahre alten Geckos der Gattung Alsophylax deutet beispielsweise darauf hin, dass dessen damaliger Lebensraum der heutigen kasachischen Steppe ähnelte. Für diese Zeit, in der auch Springmäuse, Kamele und Strauße die westsibirische Ebene besiedelten, errechnete das Wissenschaftlerteam eine Jahresniederschlagsmenge von nur 250 Millimetern.

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren.

2017 ist Jubiläumsjahr bei Senckenberg: Die 1817 gegründete Gesellschaft forscht seit nunmehr 200 Jahren mit Neugier, Leidenschaft und Engagement für die Natur. Seine Erfolgsgeschichte feiert Senckenberg mit einem bunten Programm, das aus vielen Veranstaltungen, eigens erstellten Ausstellungen und einem großen Museumsfest im Herbst besteht. Natürlich werden auch die aktuelle Forschung und zukünftige Projekte präsentiert. Mehr Infos unter: www.200jahresenckenberg.de

Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie von vielen weiteren Partnern gefördert.

Mehr Informationen unter: www.senckenberg.de

gw

Bild: By Picasa user Seedambassadors [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Steckrübe oder Kohlrübe (Brassica napus ssp. napobrassica L.) ist vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN) als „Gemüse des Jahres“ für die Jahre 2017/2018 auserkoren worden.

Wir möchten die Menschen dazu ermuntern, sich besonders in den kommenden zwei Jahren vermehrt der Steckrübe anzunehmen, in Garten und Küche zu experimentieren und das Wissen über dieses klassische Gemüse in die Welt zu tragen. Die Steckrübe ist ein Gemüse mit Tradition, aber auch mit Zukunft. Als Anregung hat die ‚AG Gemüse des Jahres‘ (Alexander Artmann, Elvira Stoltmann, Johannes Timaeus) des VEN einen großen Fundus an Informationen u.a. zur Züchtungsgeschichte, Sortenvielfalt, Kultivierung im Garten und Saatgutvermehrung in dem nachfolgenden Artikel zusammengetragen, der kostenlos als Faltblatt bestellt werden kann und auch als PDF verfügbar ist.

Eveline Renell hat die Lieblings-Rezepte einiger VEN-Mitglieder in einer schönen Rezeptsammlung zusammengestellt. Über die „Saatgutliste“ kann man derzeit 10 verschiedene Steckrübensorten bestellen. Über die Suchfunktion kann man sich mit dem Stichwort „Steckrübe“ alle Sorten auflisten lassen.

Die Steckrübe, Kohlrübe, Wrucke oder Wruke ist ein traditionelles Gemüse insbesondere des nördlichen Europas, wo sie auch in kühlem Klima gut gedeiht und mit ihrem mitunter zarten, süßlichen Aroma und guter Lagerfähigkeit vielfältig verwendbar ist. Nicht von ungefähr wird sie auch als Ananas des Nordens bezeichnet. Zugleich hat sie aber aufgrund der Erinnerungen an eine Geschichte verheerender Katastrophen bis heute einen schlechten Ruf.

Als „Steckrübenwinter“ ist insbesondere der Jahreswechsel 1916/17 während des ersten Weltkriegs in die Geschichte eingegangen. Nach einer massiven Missernte von Kartoffeln und unter der Seeblockade durch die Westmächte wurden – nachdem die Schweine selbst bereits geschlachtet waren – die eigentlich als Viehfutter angebauten Kohlrüben an die hungernde Bevölkerung verteilt. Auch im Hungerwinter 1946/47 wurde wieder auf Steckrübenrationen zurückgegriffen.

Erst seit wenigen Jahren gewinnt die Steckrübe wieder an kulinarischer Bedeutung. Da ihr Anbau unkompliziert ist und sie weder Agrarchemie noch lange Transporte aus wärmeren Regionen benötigt, ist sie ein modernes, klimaschonendes Nahrungsmittel.

www.nutzpflanzenvielfalt.de

www.NABU.de

gw

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